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Viktor Orbáns Festrede zum 177. Jahrestag der Revolution und des Freiheitskampfes von 1848/49

Feiernde Ungarn, von jenseits und diesseits der Grenzen! Ungarn, grenzenlos!

Die Idee der ungarischen Freiheit schwelt seit Jahrhunderten am Himmel der Zeit und der Geschichte. Ihre Ursprünge reichen tausend Jahre zurück, und sie wird ihren Weg zwischen den Sternen sicherlich noch viele tausend Jahre weiterschreiten. Die Idee der ungarischen Freiheit ist ewig und zeitlos. Doch vor 177 Jahren wurde sie mit einem einzigen Datum, den Iden des März, und einem einzigen Ort, Pest-Buda, verschmolzen. An diesem Tag nahm die ungarische Freiheit Gestalt an, nahm Form an, wurde verkörpert und kam zu uns. Für uns ist der 15. März kein gewöhnlicher Feiertag, nicht einmal ein historischer Moment, sondern ein sakraler Moment. Der 15. März ist ein Tag, der für alle Generationen von Ungarn bestimmt ist. Er ist für immer geprägt und unausweichlich und wird es auch bleiben, solange ein einziger Ungar auf der Erde lebt. Mit der stets übertriebenen, aber unschuldigen Zuversicht der Jugend sagt Petőfi: „Unsere Großväter und Väter haben, während ein Jahrhundert verging, nicht so viel getan wie wir in vierundzwanzig Stunden.“ Ruhm der März-Jugend!

Sehr geehrte Feiernde!

Jedes Jahr, bevor das Leben erwacht, bevor die Bäume knospen, das Getreide sprießt und das bürgerliche Leben beginnt, müssen wir Ungarn genau dann eine wichtige Versammlung abhalten. Aus diesem Grund sind wir auch heute hier. Vor der großen, fröhlichen Frühlingsbesinnung müssen wir uns gegenseitig an einige Dinge erinnern, über die die Ungarn nur mit dem nötigen Ernst sprechen können. Wir müssen uns an unsere gemeinsame nationale Berufung erinnern. Und wir müssen uns an die alles entscheidende Sache der Heimat erinnern, die unsere Fürsorge und unseren Dienst verlangt. Und dann können wir ein Jahr lang, bis zur nächsten Abrechnung, in aller Ruhe unserer Arbeit nachgehen.

Sehr geehrte Feiernde!

Viele Jahre lang haben wir uns anhören müssen, dass man sagt, wir seien die Vergangenheit. Das haben sie auch 1848 gesagt: Die Zukunft gehört dem glorreichen Kaiserreich Wien. Sie sagten es auch 1956: Die Zukunft gehört dem roten Sowjetreich. Sie sagen es auch jetzt: Die Zukunft gehört dem Regenbogenweltreich. Sie sagten: Wir seien die Vergangenheit. Aber auf der anderen Seite des „großen Teiches“, über den Ozean hinweg gab es eine Wende, und es stellte sich heraus, dass wir die Zukunft sind. Es stellte sich heraus, dass die Zukunft nicht für Imperien, sondern für Patrioten und unabhängige Nationen bestimmt war. Es wurde auch gesagt, dass wir isoliert sind. Das hat man ’48 auch gesagt, und dann war ganz Europa laut mit Nachrichten über Ungarn, sogar in Wien hat ein Budaer Bürger die Aufständischen angeführt. Das haben sie auch 1956 gesagt, aber am Ende waren wir Ungarn es, die den ersten Ziegelstein aus der Berliner Mauer geschlagen haben, was ganz Europa die Freiheit gebracht hat. Und das ist es, was sie auch jetzt sagten – wir seien isoliert – und doch ist heute jeder neugierig auf uns. Warum ist die halbe Welt neugierig auf uns? Sicherlich nicht wegen der Größe unserer Wirtschaft oder der Feuerkraft unserer Armee. Was haben wir, was sie dort im Westen nicht haben, es dabei aber bräuchten? Széchenyi hat uns gelehrt, dass jede Nation ihre eigene Berufung hat, ihr eigenes Wesen, ihr eigenes Element der Nationalität. Manche Nationen haben den Handel als ihr Element, andere die Eroberung; manche haben die Philosophie als ihr Element, andere die Kunst, wieder andere die Wissenschaften. Meine Freunde, aber was ist es, das unser Blut zum Kochen bringt, das unser Herz zum Schlagen bringt, das das Element der Ungarn ist? Die Freiheit, meine lieben Freunde! Das Element der Ungarn ist die Freiheit. Der ungarische Mensch ist in seinem Element, wenn er für seine Freiheit kämpft. Wir sind Freiheitskämpfer. Wir wissen, wie man die Freiheit erkämpft. Wir wissen, wie man die Freiheit verteidigt. Dieses Wissen gehört uns. Seit tausend Jahren haben wir es vermehrt. Dies ist unser Markenzeichen, es ist unsere DNA. Und es ist das, was die Welt braucht. Heute mehr denn je. Selbst jetzt sind wir gegenüber einem Weltimperium auf den Beinen geblieben. Niemand anderem ist dies gelungen, nur uns. Wir besitzen das große Geheimnis, das ist die Alchemie der Neuzeit. Deshalb kommt die halbe Welt von Wien bis Washington zu uns.

Sehr geehrte Feiernde!

Wie im Jahr 1848 ist unser Kampf für die Freiheit auch jetzt nicht nur eine ungarische Sache. Heute wird in Wirklichkeit um die Seele der westlichen Welt gekämpft. Das Imperium will die Eingeborenen Europas mit invasiven Massen aus fremden Zivilisationen vermischen und dann ersetzen. Es will die Generation unserer Kinder und Enkel aus der gesunden Ordnung der Schöpfung in das Chaos unnatürlicher Lebensstile hinübertreiben. Das Imperium will die Ordnung und Kultur des christlichen Lebens von sich abstreifen und uns in den Dienst der Götter des Krieges statt des Friedens stellen. Die imperiale Maschinerie hat die gesamte westliche Welt verwüstet, aber wir haben sie an den Grenzen Ungarns aufgehalten. Wir haben nicht kapituliert. Wir haben ihnen nicht erlaubt, das Land, das Parlament oder die Regierung zu übernehmen. Seit fünfzehn Jahren sind sie nicht in der Lage, uns zu übertrumpfen, und alle ihre Waffen wurden im Einsatz gegen uns stumpf. Weder mit Erpressung noch mit Geld, Drohungen, Söldnern und Brüsseliten haben sie es geschafft. Wir haben vier Wahlen in Folge gewonnen, und unsere Verteidigungslinien sind seit fünfzehn Jahren unbeschädigt geblieben. Wir haben ausgehalten, wir haben durchgehalten, weil wir geglaubt haben, dass sich der Wind eines Tages drehen würde. Und der Wind hat sich gedreht. Die Patrioten der westlichen Welt wurden neu gestärkt. Sie gewannen an Kraft und siegten nach Italien, den Niederlanden und Österreich auch in den Vereinigten Staaten. Wir fliegen in Formation. Im Kampf um die Seele der westlichen Welt steht es heute gut für unseren Sieg. Wir können stolz sein, denn wir waren die Vorboten des weltweiten Freiheitskampfes, wir waren die Initiatoren, wir haben auch den Weg geebnet. Ruhm allen Ungarn, die nicht vor dem Soros-Imperium zurückgewichen sind, die sich nicht vor Brüssel hingekniet haben und die sich nicht dem liberalen amerikanischen Imperium untergeordnet haben! Die ungarische Flagge weht auch noch heute stolz. Wir können unseren Kindern und Enkeln Rechenschaft darüber ablegen. Sie werden etwas zum Weiterführen haben.

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Das Geheimnis der ungarischen Unabhängigkeitskriege ist heute noch dasselbe wie damals. Der Ungar kämpft nie nur für sich selbst, sondern auch für seine Nation. Er holt einmal für sich selbst aus und noch einmal für seine Heimat. Wir sind das Volk der Freiheit, das ohne zwei Dinge nicht existieren kann: ohne Freiheit und Nation. Dafür leben wir und wenn es sein muss, sterben wir. So wie wir es wollen: als freie Ungarn.

Meine Freunde!

Die Freiheit gehört der Nation. Dieses Land, das Land der Ungarn, ist unser Land. Wir wollen keines der anderen, aber wir werden dieses nicht hergeben. Es kann uns weder mit Gewalt noch durch Drohungen oder Schmeicheleien genommen werden. Und wir werden keinen Handel eingehen. Niemals. Nein, nein, niemals.

Sehr geehrte Feiernde!

So wie die Nation ewig ist, so ändern sich auch die Reiche nicht. Halbmond, Adler, Stern, rot oder unionsgelb, das Imperium will nur Eroberung und ewige Provinzen. Untertanen und Steuerzahler, niemals freie Ungarn. Und es gibt immer ein Imperium, das die Freiheit der Ungarn will. Im Moment ist es ein Brüsseler Imperium. Brüssel missbraucht seine Macht, wie seinerzeit Wien. Sie wollen über uns ebenso herrschen, wie es die Statthalter des Wiener Hofes taten. Das Heilmittel, meine Freunde, besteht nicht darin, der Europäischen Union den Rücken zu kehren; im Gegenteil, wir dürfen nicht nach außen, sondern müssen nach innen gehen. Wir werden sie besetzen und sie verändern. Die Geschichte wird auch in Brüssel eine Wendung nehmen. Es wird die Zeit kommen, in der wir alle Rechnungen begleichen werden. Wir sagen, mit Petőfi: „Wenn es sich nicht abregt, dann werden wir es abregen!“ Wir werden mit seinen Exzessen Schluss machen, wir werden unsere der Nation auf ungesetzliche Weise wegkonfiszierten Rechte zurückholen und wir werden ihre von Brüssel aus bezahlten Labanzen postwendend zurückschicken. Sollen sie sich doch im Europäischen Parlament gegenseitig glücklich machen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Imperien sind von Natur aus hungrig und ihre Mägen sind bodenlos. Sie sind immer hungrig nach mehr Geld, immer hungrig nach neuen Kolonien. Aber die Ungarn wissen, dass es nicht nur beglückend, sondern auch lohnend ist, frei zu sein. Arbeit, Reichtum, Wohlstand und Sicherheit bekommen wir nur, wenn wir nicht von Unterdrückern ausgeplündert werden. Sklaverei verarmt, Freiheit bereichert. Dies ist das Gesetz des ungarischen Wohlstands. Hier in Ungarn haben wir in fünfzehn Jahren – im Schatten der Kämpfe mit dem Reich – die einzige patriotische Volkswirtschaft Europas aufgebaut. Wir haben den IWF nach Hause geschickt. Wir haben die multinationalen Konzerne und die Banken gemaßregelt. Wir haben das ungarische Energiesystem zurückerobert. Wir haben die gesamte Volkswirtschaft in den Dienst des ungarischen Volkes gestellt. Wir haben alle Brüsseler Intrigen zurückgeschlagen, durch die sie den Spekulanten das Geld und den Reichtum des ungarischen Volkes in die Hände spielen wollten. Und dann haben wir drei Jahre Krieg ertragen. Dabei war es Ungarn, das durch den russisch-ukrainischen Krieg den größten wirtschaftlichen Schaden in der EU erlitten hat. Trotzdem nehmen wir die größten Steuersenkungen in Europa, ja in der gesamten westlichen Welt vor. Damit schlagen wir ein neues Kapitel in der Geschichte der ungarischen Wirtschaft auf. Wir schaffen die erste familienorientierte Wirtschaft der Welt. Mütter mit einem Kind werden bis zum Alter von 30 Jahren keine Einkommenssteuer zahlen, und Mütter mit zwei oder mehr Kindern werden bis zum Ende ihres Lebens keine Einkommenssteuer zahlen. Dies ist, selbst bei aller Bescheidenheit, eine Weltsensation. Dies wird die Zukunft der ungarischen Familien für viele Jahrzehnte sichern. Das Einzige, was uns bleibt, ist, sie immer wieder gegen die Angriffe aus Brüssel zu verteidigen, die uns Mal die Senkung der Nebenkosten, ein anderes Mal die dreizehnte Monatsrente und dann wieder das Geld unserer Familien wegnehmen wollen.

Sehr geehrte Feiernde!

Ferenc Deák sagte: Wir dürfen alles für die Heimat riskieren, aber wir dürfen die Heimat für nichts riskieren. Aber in Brüssel liest man Deák nicht, und so hat sich Europa kopfüber in den russisch-ukrainischen Krieg gestürzt. Wir sollten nie mehr Ärger verursachen, als der, den wir abwehren wollen. Wir können niemandem damit helfen, indem wir dabei unser Land zerstören. Deshalb sind wir nicht gemeinsam mit ihnen gesprungen, sondern sind lieber auf der Seite des Friedens geblieben. Das Imperium will der Ukraine nicht helfen, es will sie kolonialisieren. Das Mittel der Kolonialisierung ist der Krieg. Die Herren Europas haben beschlossen, dass die Ukraine den Krieg fortsetzen muss. Koste es, was es wolle. Und im Gegenzug bekommt sie schnell eine Mitgliedschaft in der EU. Bezahlt mit unserem Geld. Wir haben hierauf nur eine einzige Antwort: Union, aber ohne die Ukraine! Man hat die Ungarn nicht nach dem Krieg gefragt, aber man kann sie nicht nicht nach der EU-Mitgliedschaft der Ukraine fragen. Ohne Ungarn gibt es keine europäische Entscheidung. Vor einem Jahr lautete die Frage: Wollen wir für die Ukraine sterben? Jetzt lautet die Frage: Wollen wir an dem Beitritt der Ukraine verkrüppeln? Liebe Freunde, lasst uns an die Urnen der meinungsbefragenden Volksabstimmung gehen!

Sehr geehrte Feiernde!

Auf den berauschenden Tag des 15. März 1848 folgten die ruhigen und klugen Gesetze des Aprils. Diese Gesetze stellten die am 15. März errungene Freiheit unter Schutz. Genau so wird das auch jetzt geschehen. Nach der heutigen feierlichen Versammlung folgt das Ostergroßreinemachen. Die Wanzen haben sich über den Winter hinübergerettet. Wir liquidieren die Finanzmaschinerie, die Politiker, Richter, Journalisten, Schein-NROs und politische Aktivisten mit korrupten Dollars gekauft hat. Wir werden die gesamte Schattenarmee liquidieren. Sie sind unsere Labanzen der Neuzeit, die Günstlinge Brüssels, die den Karren des Imperiums für Geld entgegen ihrer Heimat schieben. Sie sind schon zu lange hier. Sie haben zu viel überlebt. Sie haben von zu vielen Seiten Geld erhalten. Sie haben ihre Mantel schon so oft nach dem einen und dem anderen Wind gehängt. 1848 saßen uns die Kaiservögel im Nacken, und jetzt krächzen die Weberküken über unseren Köpfen. Es reicht uns schon mit ihnen. Wie das Volkslied es sagt: Die Frühlingswinde lassen das Wasser über die Ufer treten. Soll es sie doch mitnehmen… Sie tragen den scharlachroten Buchstaben, ihr Schicksal ist Schande und Verachtung. Wenn es Gerechtigkeit gibt, und die gibt es, dann existiert ein besonders tiefer Abgrund der Hölle für sie. Wir kennen euch. Vergeblich habt ihr euer neues europäisches Parteigewand übergestreift. Eure Herren sind dieselben. Eure Pläne sind die gleichen. Und macht euch keine Hoffnungen, auch euer Schicksal wird dasselbe sein. Wir werden euch erneut besiegen. Wieder und wieder. Denn das Schwert glänzt heller als die Kette.

Der liebe Gott über uns allen, Ungarn vor allen Dingen! Vorwärts!

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