Wir sehen gut aus, und wir sind viele. Jetzt sind wir am zahlreichsten. Wir sind so viele, dass Tibor Kapu – wenn wir uns auf unsere Schultern stiegen – bis zur internationalen Raumstation klettern könnte. Sonntag. Strahlender Sonnenschein. Helden von ’48. Großartige Künstler. Eine fantastische Menschenmenge. An diesem Tag könnten wir in Budapest keine bessere Gesellschaft finden. Herzlich willkommen! Herzlich willkommen, ihr alle! Wir begrüßen auch diejenigen, die nicht hier, sondern zu Hause mit uns sind.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Feiernde!
Einem Ungarn muss man nicht erklären, was Freiheit ist. Wir schnuppern an der Luft und wissen schon, wie wir stehen. Daraus wissen wir, dass Liebe greifbar ist, und wir spüren die edle Kraft des Zusammenhalts. Die Menge allein reicht niemals aus. Freiheit kann nur aus Liebe entstehen, und nur der Zusammenhalt kann sie stärken. Wie groß die Menge auch sein mag, wenn Hass und Wut sie zusammengebracht haben, wird daraus niemals Freiheit entstehen. Deshalb werden wir niemals zulassen, dass Ungarn von Hass und Wut regiert wird.
Sehr geehrte Feiernde!
„Es sei Frieden, Freiheit und Einigkeit!“ So beginnen die 12 Punkte der Märzjugend. Dies sind die 12 Punkte der Freiheit. Darin geht es darum, was die Ungarn sich wünschen. Aber Vorsicht! Heute hat sich auch Brüssel als Ungar verkleidet. Ihre 12 Punkte sind die 12 Punkte der Knechtschaft. Darin geht es darum, was die Brüsseler wollen. Wir, die März-Bewegung, werden niemals zulassen, dass die Budapester Labanzen aus den 12 Punkten der Ungarn 12 Punkte für Brüssel machen. Wir lassen nicht zu, dass sie das, was wir in 16 Jahren aufgebaut haben, für 30 Brüsseler Silber verkaufen. Wir geben unsere nationale und christliche Verfassung nicht auf. Wir geben weder die Senkung der Nebenkosten noch die 13. oder 14. Monatsrente auf. Wir geben unser weltmeisterliches System der Familienförderung nicht auf. Wir geben Europas bestes Steuersystem nicht auf. Wir verteidigen die Unterstützung für Mütter, wir verteidigen unsere Kinder, und wir lassen nicht zu, dass unsere Nationalfarben gegen eine ukrainische oder Regenbogenflagge ausgetauscht werden. Es lebe die ungarische Freiheit!
Sehr geehrte Feiernde!
1849 wurde unser Freiheitskampf niedergeschlagen. Die kaiserliche und die zaristische Armee haben uns gemeinsam besiegt. Doch zwanzig Jahre später haben wir unter der Führung von Ferenc Deák die Oberhand gewonnen. Auf der Grundlage unseres Kampfes von 1848 haben wir unsere verfassungsmäßige Freiheit zurückerobert. Wir haben das ungarische Königreich wieder auf die Beine gestellt und den größten wirtschaftlichen Aufschwung Europas eingeleitet. Diesen fantastischen Platz, auf dem wir jetzt stehen, den Hauptplatz der Nation, das Herzzentrum der ungarischen Freiheit, haben wir mit diesem Elan erbaut, und nach 45 Jahren kommunistischer Zerstörung haben wir ihn wieder aufgebaut. Was diese Stadt heute zur schönsten Stadt der Welt und zum Stolz der Ungarn macht, alles, was uns hier umgibt, konnte nur entstehen, weil wir 1848/49 unseren Freiheitskampf geführt haben. Ehre den Helden!
Meine Damen und Herren!
Feiern wir den Rákóczi-Aufstand. Feiern wir den Freiheitskampf von 1848. Feiern wir die Revolution von 1956. Die wir alle verloren haben. Aber nein, meine Freunde, wir haben unseren Verstand nicht verloren. Diejenigen, die ihre über uns errungenen militärischen Erfolge feiern könnten, gibt es nicht mehr. Heute müssten die siegreichen Höfe von Wien und des Zaren hier feiern, aber sie gibt es nicht mehr. Auch das siegreiche Osmanische Reich kann Mohács nicht feiern, denn es gibt es nicht mehr. Auch das Dritte Reich, das 1944 Ungarn besetzte, feiert nicht, denn es gibt es nicht mehr. Und auch die Sowjetunion, die die Revolution von 1956 niederschlug, kann nicht feiern, denn auch sie gibt es nicht mehr. Sie sind nicht mehr da. Wir aber sind hier. Und wir werden auch hier bleiben. Wir werden auch dann noch hier sein, wenn die Brüsseler Fallschirmjäger zu Hunderten vom Himmel herabregnen. Wir werden sie einsammeln, ihre Hosen ausklopfen und sie zurückschicken. Einige nach Brüssel, andere nach Kiew. Ungarn ist ein tausendjähriger Staat, kein Land für sie.
Seht ihr das, Ukrainer? Siehst du das, Selenskyj? Das hier ist der tausendjährige Staat der Ungarn! Und ihr glaubt, ihr könnt uns mit einer Ölblockade, mit Erpressung und mit Drohungen gegen unsere Führer einschüchtern? Seid vernünftig und hört damit auf! Wer die Ungarn brechen will, muss früher aufstehen. Ein paar hundert Jahre früher. Ihr habt genug Probleme an der Ostfront, warum greift ihr uns an? Wir sind ein friedliebendes und friedfertiges Volk. Gebt uns unser Öl, und dann rollt mit euren Lastwagen zur Brüsseler Kasse, um das Geld der Westler zu holen, wenn diese schon nicht Nein sagen können.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Feiernde!
Die traurigen Meere der Welt brodeln. Krieg im Osten. Krieg im Nahen Osten. Die Ukraine versperrt dem Öl den Weg nach Ungarn, der andere Krieg versperrt dem Öl den Weg zu den Ozeanen. Ich erinnere mich auch noch gut daran, dass die Migrationswelle von 2015 damit begann, dass in Syrien der Krieg ausbrach und Millionen von Menschen nach Europa strömten. Der Iran ist neunmal so groß wie Syrien. 90 Millionen Menschen, 400 Millionen in der Region. Zudem hat sich der Konflikt zwischen Israel und den Muslimen nach Westeuropa ausgebreitet, weil man die Migranten hereingelassen hat. Danken wir Gott, dass wir das Herz am rechten Fleck hatten. Wir hatten den Mut, Nein zu sagen, und dass wir sie nicht hereingelassen haben. Und ich verspreche: Solange ich Ministerpräsident bin, wird das auch so bleiben.
Meine Freunde!
Und unterdessen bebt auch der Boden unter der europäischen Wirtschaft: Eine Million Industriearbeitsplätze wurden westlich von uns abgebaut. Ganze Industriezweige sind verschwunden, und die Not wird immer größer. Auch für uns hier waren es vier schwere Jahre. Das ist ungerecht, denn wir hätten Besseres verdient. Es ist ungerecht, dass wir unser Land vor Problemen schützen müssen, die andere verursacht haben. Aber wir haben es geschützt. Ungarn ist heute das sicherste Land Europas. Es ist uns gelungen, die Arbeitsplätze, die Senkung der Lebenshaltungskosten und die Familien zu schützen, und wir haben auch die Rentner nicht im Stich gelassen. Wir haben es geschafft, gemeinsam haben wir das getan, was das Vaterland von uns verlangte.
Meine Freunde!
Wir haben genug von den ständigen Gefahren. Wir sehnen uns nach ruhigen, ja sogar langweiligen Jahren. Aber – leider – steht uns das auch jetzt nicht bevor. Ich will euch nichts vormachen. Nur ehrlich und ernsthaft, wie es uns gebührt: Wieder stehen uns Zeiten bevor, die den Menschen auf die Probe stellen. Der Krieg ist näher gerückt. Brüssel hat den Krieg in der Ukraine auf sich genommen. Deshalb rüstet es sich nun für den Krieg. Es ist bereits auf Kriegswirtschaft umgestellt. Man will das Unheil nicht von sich fernhalten, sondern marschiert direkt hinein. Noch mehr Waffen, noch mehr Geld, noch mehr Soldaten. Wir stehen vor einer Bewährungsprobe, wie sie selbst alte Haudegen wie ich noch nicht gesehen haben. Dabei haben wir schon so einiges erlebt. Man kann weder den Tag noch die Stunde wissen, an der der erste Soldat aus Brüssel ukrainischen Boden betritt. Aber eines wissen wir mit Sicherheit: Es wird geschehen. Sie verkünden es stolz und begeistert. Sie können es kaum erwarten, dass Soldaten unter dem Hoheitszeichen der Europäischen Union in die Ukraine aufbrechen. Nun, genau davon müssen wir uns fernhalten. Genau davor müssen wir uns schützen. Und ich übernehme die Verantwortung dafür, dass wir Ungarn auch in einer solch durcheinandergebrachten Welt als Insel der Sicherheit und Ruhe bewahren.
Wir Ungarn kennen den Krieg. Im Krieg spielt es keine Rolle, wer du bist, es spielt keine Rolle, was du erreicht hast, worin du gut bist, es spielt keine Rolle, was du im Leben erreichen willst. Im Krieg zählt nur, ob du das Maschinengewehr richtig halten kannst. Es zählt, wie du dem Feind hinterher- oder vor ihm wegläufst. Es zählt nur, wie viele Menschen du getötet hast, wie viele Kugeln du abgefangen hast. Aber wir wünschen unseren Kindern kein solches Schicksal. Wir haben der Mutter unserer Kinder nicht das Schicksal zugedacht, dass sie ihre Söhne in fremder Erde unter fremden Fahnen begraben muss. Es ist an der Zeit, dass sowohl Kiew als auch Brüssel verstehen: Unsere Söhne werden nicht für die Ukraine sterben, sondern für Ungarn leben.
Meine Freunde!
Am 12. April entscheiden die Ungarn. Ich bin ein alter Hase. Ich kämpfe schon lange genug, um zu wissen, wann wir vor einer wirklich schweren und wichtigen Wahl stehen. In 28 Tagen steht uns eine solche Wahl bevor. Wir wählen nicht nur das Parlament und die Regierung, sondern wir entscheiden über unser Schicksal – für uns selbst und für die Ungarn, die nach uns kommen. Wir sind an einem Scheideweg angelangt. Ich kenne das. Auch ich stand schon einmal an einem Scheideweg. Ich stand dort, als ich als junger Mann Nein zu den Sowjets sagte. Vergesst nicht: Wir pflegen sie nicht hereinzurufen, sondern nach Hause zu schicken. Und ich stand an einem Scheideweg, als ich als Ministerpräsident Nein zu den Deutschen in Bezug auf die Migration sagte. Und ich stand vor einer Weggabelung, als ich Brüssel in Bezug auf den Krieg eine Absage erteilte. Und ich stehe auch jetzt wieder vor einer Weggabelung, gemeinsam mit Euch, wenn ich den Ukrainern eine Absage erteile. Wir müssen entscheiden, wer die Regierung bilden soll: ich oder Selenskyj? Mit der gebotenen Bescheidenheit biete ich mich an.
Meine Freunde!
Gewaltige Kräfte sind in Bewegung geraten, um Ungarn von seinem eigenen Weg abzudrängen. Ihr Plan ist es, unser Land von Westen und Osten her in eine Zange zu nehmen. Sie blockieren, was uns zusteht: unser Geld aus Brüssel, unser Öl aus der Ukraine. Sie erpressen, bedrohen und schüchtern uns ein. Die Bürokraten aus Brüssel, die Kriegsmafiosi aus Kiew. Jeder mit dem, was er hat. Sie wollen einen Regierungswechsel in Ungarn, weil wir ihnen den Schlüssel zur Staatskasse nicht übergeben. Weil wir nicht zulassen, dass billiges ukrainisches Getreide auf die ungarischen Bauern losgelassen wird. Weil wir nicht zulassen, dass die großen Konzerne, die Shells und Erstes, Euch Euer Geld wegnehmen. Weil wir nicht zulassen, dass Ukrainer in Ungarn Millionen Euro und Goldbarren hin- und herbewegen, wer weiß zu welchem Zweck. Und weil wir nicht zulassen, dass die Ukraine der Union beitritt und damit Ungarn den Krieg auf den Hals hetzt. Deshalb stehen wir im Weg.
Aber tatsächlich: Wir lassen es nicht zu, denn auch wir haben einen Plan. Fidesz gewinnt, und der Frieden bleibt, die niedrigen Lebenshaltungskosten bleiben, und die Löhne werden steigen. Fidesz gewinnt, und jeder, der arbeitet, gewinnt. Fidesz gewinnt, und die Familien werden stark sein, und selbst diejenigen, die nicht für uns gestimmt haben, werden davon profitieren. Das ist unser Plan für den Sieg.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Feiernde!
Jetzt müssen wir wirklich bei Verstand sein. Das ist eine alte Geschichte. Sie wollen euer Geld. Das Geld der Ungarn. Es nach Brüssel bringen und von dort in die Ukraine. Denn für den Krieg braucht man Geld. Und in Brüssel ist es ausgegangen. Es muss aufgefüllt werden. Auch das Geld der Ungarn wird gebraucht. Aber selbst das reicht nicht. Es braucht auch Kredite. Viele und langfristige. Und dahinter muss die Bürgschaft der Mitgliedstaaten stehen. Unser Geld reicht ihnen nicht, sie wollen sogar das Geld unserer Kinder und Enkelkinder an sich reißen. Unter dem Vorwand der Ukraine wollen sie Euch zu Schuldknechten machen – über Generationen hinweg. Mit der gebotenen Bescheidenheit kann ich nur sagen: Solange ich Ministerpräsident bin, werde ich nicht zulassen, dass sie Euch das wegnehmen, was Euch gehört und was Euch zusteht. Ich werde nicht zulassen, dass sie Ungarn ausnehmen.
Meine Freunde!
Sie haben schon alles versucht, und bisher haben wir uns gut behauptet. 28 harte Tage liegen vor uns. Wir müssen nicht so gewinnen wie vor vier Jahren, sondern besser. Wir brauchen nicht so viele Stimmen wie vor vier Jahren, sondern mehr. Wir müssen unser bei der letzten Wahl geschlossenes Bündnis gegen den Krieg erneuern, und die drei Millionen Stimmen werden nicht die Obergrenze sein, sondern die Schwelle. Wir dürfen sie nicht nur erreichen, sondern müssen sie überschreiten. Wir müssen einen historischen Sieg erringen, denn die nächste Regierung wird eine historische Verantwortung tragen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Feiernde! Meine Freunde!
Heute ist der 15. März. Heute feiern wir noch. Aber morgen reiten wir los. Nach den Wahlen im April brauchen wir keine Unruhestifter, sondern besonnene, ruhige und selbstbewusste Führungskräfte. Klarer Kopf, kühles Blut, sichere Hand. Strategische Gelassenheit und Erfahrung. Und all das haben wir. Mehr noch: Das haben nur wir. Nur Fidesz und KDNP können Ungarn die Sicherheit geben, die wir jetzt brauchen. Und dafür sind wir die Garantie. Zu wissen, dass es so ist, ist eine Sache. Hinzugehen und zu wählen, ist eine andere Sache. Das Wissen ist da, die Stimme noch nicht. Die kann es am 12. April geben. Und sie wird es auch geben, wenn wir die nächsten 28 Tage kompromisslos und ohne Nachsicht gegenüber uns selbst durcharbeiten. Und dann werden wir einen glänzenden Sieg erringen. Einen so glänzenden, dass Brüssel und Kiew nur staunen können. Und unser armer Fluss Tisza kann endlich seine Ehre zurückgewinnen.
Fidesz ist die sichere Wahl! Dein Vaterland braucht dich! Es gebe Frieden, Freiheit und Einigkeit! Hoch die Fahnen! Auf zum Sieg!
Der liebe Gott über uns allen, Ungarn über alles! Vorwärts, Ungarn!