Dániel Kacsoh: In Ihrem Facebook-Post von heute Morgen schreiben Sie, dass Ungarn diese gemeinsame Erklärung des Rates nicht unterstützt, weil es nicht möchte, dass Europa sich von der Seitenlinie aus in eine Verhandlung einmischt, zu der es nicht einmal eingeladen worden ist.
Ungarn hat diese Erklärung aus zwei Gründen nicht unterstützt. Erstens enthält sie eine eindeutige und klare drängende Forderung nach der EU-Mitgliedschaft der Ukraine. In Ungarn gab es eine Volksabstimmung, die Voks2025, bei der die ungarischen Menschen gesagt haben, dass wir in keiner Integration, in keiner Europäischen Union mit den Ukrainern sein wollen, und deshalb unterstützen wir ihre Aufnahme nicht. Wenn man uns also ein Dokument aufzwingen will, dessen Inhalt der Entscheidung der ungarischen Menschen widerspricht, dann kann ich das nicht unterstützen, das ist der erste Grund. Aber es gab noch einen weiteren Grund, nämlich dass wenn es eine europäische Angelegenheit gibt, die du hättest regeln müssen – denn Europa muss die europäische Angelegenheit regeln, der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist eine europäische Angelegenheit –, und du dazu unfähig bist, jedoch zwei starke Männer, der amerikanische Präsident und der russische Präsident, sich an einen Tisch setzen, um zu verhandeln, und du hiernach von außen lautstark hineinschreist, dann bist du erbärmlich und schwach. Und das Schlimmste, was Europa passieren kann, ist, wenn es erbärmlich und schwach sein scheint oder es sich herausstellt, dass es das ist. Ich schlage vor, dass die Europäische Union eine männlichere Linie führen muss, dass sie zu ihrem eigenen Selbstbewusstsein finden muss, Europa ist stark, das ist ein Konflikt in unserem Hinterhof, wir müssen eine initiierende Rolle spielen – das hat Ungarn auch schon mehrfach vorgeschlagen –, wir brauchen ein Gipfeltreffen zwischen Russland und der Europäischen Union und nicht das wir das Gipfeltreffen zwischen Russland und den USA kommentieren.
More news