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Viktor Orbáns Rede auf der Antikriegsversammlung der Digitalen Bürgerkreise

Károly Szita: Liebe Freunde! Sehr geehrte Damen und Herren! Bisher gab es auch schon einiges, aber jetzt kommt etwas, etwas anderes. Bevor ich das Wort weitergebe – oder besser gesagt, nicht das Wort weitergebe, denn wie kann ich es wagen, so etwas zu sagen? –, möchte ich den lieben Herrn Ministerpräsidenten bitten, auch etwas über uns zu sagen. Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, dass wir jetzt sehr viele hier in diesem Saal sind, dass diese Arena nicht zufällig gebaut wurde und dass wir morgen ein großes Basketballspiel gegen Alba Fehérvár spielen werden. Ich möchte das nur sagen, weil Du ihnen die Daumen drückst und ich den hiesigen, aber gemeinsam werden wir gewinnen. Willkommen bei uns, Herr Ministerpräsident!

Ich wünsche allen einen guten Tag! Ich weiß nicht, wie das Basketballspiel zwischen Kaposvár und Fehérvár ausgehen wird, aber ich weiß, dass wir am Ende alle Ungarn sind.

Richtig!

Vielen Dank, dass ich hier sein darf. Ich danke auch Károly, dass er die Leitung dieses Treffens übernommen hat. Ich bin mit dem Flug Davos–Kaposvár mit einem Ausflug nach Brüssel angereist, sodass ich Ihnen aus erster Hand berichten kann, was heute in der Welt passiert und was uns davon betrifft. Ich danke Károly sehr für unsere langjährige Freundschaft! Ich danke den Einwohnern von Kaposvár für die Solidarität und Kameradschaft, die ich im Laufe meines Lebens von Ihnen erfahren durfte. Kaposvár hat uns immer unterstützt, auch mich persönlich. Ich danke Ihnen für alle guten Worte, für Ihre Ermutigung, Ihre Schulterklopfer und Ihre Gebete! Ich danke Ihnen für Ihre Stimmen und Ihre Ermutigung! Wir haben uns bemüht, dies seitens der Regierung stets zu würdigen. Ich kann sagen, dass zwischen Kaposvár und unserer politischen Gemeinschaft, der Fidesz, eine alte Freundschaft besteht, die dadurch gekennzeichnet ist, dass wir uns gegenseitig nie überdrüssig geworden sind. Dabei handelt es sich um eine lange Geschichte.

Ich habe nachgeschlagen: 1989 war ich zum ersten Mal hier, im Mai bei Ihnen. Damals kam ich, um Sie davon zu überzeugen, dass jetzt der richtige Moment gekommen ist, die Kommunisten zu vertreiben und die Sowjets nach Hause zu schicken. Das war meine kurze Rede im Mai 1989. Es herrschte ein kommunistisches System, und die Sowjets waren im Land. Es war eine Versammlung von Samisdatverbreitern. Hier sind die jungen Leute – ich habe sie gerade gesehen –, viele wissen nicht, was Samisdat ist. Woher sollten sie es auch wissen? Samisdat ist ein Dokument, das heimlich verbreitet werden muss, weil es sonst von den Behörden beschlagnahmt wird. Seine Herkunft ist verdächtig und ungewiss, ähnlich wie das Programm von Tisza: Niemand weiß genau, was hier die Wahrheit ist, wir verstehen nur, dass etwas passiert. Wir waren im Kilián Kulturzentrum. Dann besuchte ich hier das Theater, in den neunziger Jahren war es schick, aus Budapest nach Kaposvár ins Theater zu kommen, falls Sie sich noch daran erinnern. Ich war auch hier, habe viele schöne Vorstellungen gesehen und erinnere mich auch an eine denkwürdige Auseinandersetzung. Das war im Januar 1994, als ich in der Theatercafeteria auf den SZDSZ-Politiker István Eörsi traf, mit dem wir uns gegenseitig beleidigten.Er beleidigte uns damit, dass wir das MDF nicht genug hassten – es war vor den Wahlen von 1994 –, und wir verspotteten sie damit, dass sie sich hinter den Kulissen heimlich mit den Kommunisten verbündet hätten und daraus eine Koalition aus SZDSZ und MSZP entstehen würde. Und so kam es auch! Der Punkt ist, dass die gegenseitigen Beleidigungen schließlich in einem Duell in der Cafeteria endeten. Die Waffe war Pálinka, die Maßeinheit 50 ml. István Eörsi lebt nicht mehr – Gott hab ihn selig! –, daher kann ich getrost sagen, dass ich gewonnen habe, aber daran kann ich mich nicht erinnern, laut Augenzeugen war es so. Und während wir uns drinnen duellierten, fiel in Kaposvár ein Meter Schnee, wenn Sie sich daran erinnern, im Januar 1994. Ich blieb zwei Tage hier, und Károly nahm mich zusammen mit meiner im achten Monat schwangeren Frau in seinem Haus auf, die unaufgefordert ihre Meinung zu den Ereignissen in der Cafeteria äußerte, aber das gehört jetzt nicht hierher.

Und schließlich konnte ich zwei ganze Tage lang mit Karcsi darüber sprechen, wie das alles werden würde, worum es in dieser Geschichte namens Kaposvár geht, also wo euer Platz ist, fragte ich Károly, ob Kaposvár eine lebensfähige, moderne Stadt werden würde? Denn ihr seid auf der Landkarte so seltsam, nicht wahr, es ist nicht klar, dass ihr das Zentrum von Somogyland seid, aber wie groß seid ihr? 60.000, nicht wahr? Und dann gibt es nicht weit von euch einen Magneten namens Pécs, eine Großstadt, die alles anzieht, und währenddessen wächst Budapest. Wie soll Kaposvár also zu einer echten, hochwertigen, sicheren, urbanen und gleichzeitig ländlichen ungarischen Stadt werden? Und Károly sagte – soweit ich mich erinnere – Folgendes: Erstens: Schließt uns an. Er meinte damit die Straßen. Somogyland sollte also nicht das Ende der Welt sein, man sollte hierherkommen können, und wir sollten jederzeit schnell jeden Teil des Landes erreichen können. Er sagte, dass wir eine Universität brauchen. Lasst euch die Hochschule nicht wegnehmen, sondern macht daraus eine Universität, und auch wenn sie in Gödöllő integriert ist, soll sie doch hier bleiben und eine eigenständige Universität sein. 30 Prozent der Absolventen bleiben übrigens hier. Das ist ein sehr hoher internationaler Durchschnitt! 30 Prozent der Absolventen einer ländlichen Stadt bleiben vor Ort! Károly sagte, wir sollten das Krankenhaus nicht vergessen. Krankenhaus! Ich empfehle jedem, die Debatte darüber zu verfolgen. Tisza schlug vor, sieben große regionale Krankenhäuser zu errichten. Das bedeutet, dass eures aufgelöst oder zumindest zurückgestuft wird. Unser Programm, vielleicht hat János Lázár auch schon davon gesprochen, vertritt dies am stärksten: In jedem Komitatszentrum muss es ein starkes Komitatskrankenhaus geben, das für die medizinische Versorgung der Einwohner des Komitats sorgt. Das ist eure Zukunft. Károly sagte auch, dass dies eine Kulturstadt ist, dass es eine herausragende, hochwertige Kultur geben muss. Er sagte: Theater. Das haben wir eingehalten: Wir haben das Theater renoviert, nicht nur erhalten, sondern renoviert. Und Károly sagte, das Wichtigste sei der Industriepark. Es gibt hier eine Zuckerfabrik, die jetzt in österreichischer Hand ist, aber es ist die letzte Zuckerfabrik in Ungarn, die auf jeden Fall erhalten bleiben muss. Es muss ein Industriepark geschaffen werden, dafür sind Investitionen notwendig. Unter der Fidesz-Regierung flossen Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Forint in den Industriepark von Kaposvár, weil dadurch Arbeitsplätze entstehen und nur so die jungen Menschen gehalten werden können. Károly sagte – das war später, etwa zwanzig Jahre später, denn unser erstes Treffen fand ja vor 37 Jahren statt –, dass es den Baum des Lebens gibt, ich auf jeden Fall dorthin gehen sollte, und einmal lud er mich ein, als wir gerade zur Freude eines Neugeborenen einen Baum im Lebensbaum-Park pflanzten, was meiner Meinung nach eine der schönsten Erfindungen oder Symbole ist, die den Bürgermeistern oder dem Bürgermeister einer Stadt seit dem Systemwechsel eingefallen sind.

Vielleicht erlaubt mir Károly noch, Ihnen auch noch für Márta Mátrai zu danken, die unsere Fraktionsgeschäftsführerin und unsere Hausverwalterin war. Vielleicht ist es verzeihlich, dass ich, wenn ich das Wort Kaposvár höre, nicht an Karcsi denke, sondern an sie, und wenn sie mir im Flur des Parlaments entgegenkommt, fällt mir immer nur ein Wort ein: makellos. Wir danken Márta für ihre Arbeit!

Und ich muss noch kurz über Pater Beton sprechen, den ich hier von ganzem Herzen begrüße, unseren Bischof, der zunächst einmal immer nachsichtig mit der unabänderlichen Tatsache umgegangen ist, dass ich doch Calvinist bin. Er hat mir seine väterlichen Ratschläge nicht vorenthalten, und als wir über Politik sprachen, sagte er in einem Gespräch, dass nationale Regierungsführung eine schöne Sache sei, aber auf christlichen Grundlagen beruhen müsse. 2010 haben wir eine nationale, christliche Verfassung geschaffen. Das Wichtigste ist, dass, wenn einmal über diese zehn Jahre geschrieben wird, meiner Meinung nach an erster Stelle erwähnt werden wird, dass wir nach zwanzig turbulenten Jahren nach dem Systemwechsel, in denen wir nicht genau wussten, wer wir sind, was unsere Bestimmung ist, warum wir auf der Welt sind, was die Mission ist, die die Ungarn mit ihrem Leben erfüllen oder der sie dienen müssen, also was das ungarische Leben ausmacht, die 2011 verabschiedete Verfassung hierauf eine klare Antwort gibt. Ich möchte alle daran erinnern, dass der Präsident der Republik sie am Ostersonntag unterzeichnet hat. Diese Osterverfassung sagt uns, was die Aufgabe der Ungarn in der Welt ist. Ich bin sicher, dass Pater Beton auch mit den Verfassungsänderungen zufrieden ist, die später in die Verfassung aufgenommen werden mussten, nämlich dass der Vater ein Mann und die Mutter eine Frau ist. Früher wusste das jeder, aber jetzt musste es in die Verfassung geschrieben werden. Wir haben also eine christliche und nationale Verfassung, die sich von der aktuellen Politik aller europäischen Länder unterscheidet und auf soliden, sicheren Grundlagen basiert. Ich danke allen, die mit ihrer Arbeit, sei es auch nur mit einem guten Rat, wie der Herr Bischof, an der Entstehung dieser Verfassung mitgewirkt haben.

So sieht es aus, meine Damen und Herren! Kaposvár konnte immer auf die Regierung zählen, und wir können immer auf Kaposvár zählen. Vielen Dank für die 37 Jahre, die hinter uns liegen!

Vielen Dank, sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Nun folgt der heutige Tag, bisher war alles spannend, aber ein weiterer spannender Teil wird sein, wenn ich Ihnen das Wort erteile, damit Sie Fragen stellen können. Ich bin nur ein schmückendes Beiwerk, der Herr Ministerpräsident ist hier der Hauptdarsteller. Stellen Sie Ihre Fragen und geben Sie dem Präsidenten die Möglichkeit, sie zu beantworten.

Man kann zu Beginn nicht genau wissen, wer wichtiger ist. Ich habe einmal die Fußballmannschaft der Fidesz gegen eine Auswahl von Journalisten angeführt, und beim Handschlag in der Mitte sagte mir ein Journalist: „Egal, wie das Ergebnis ausfällt, es wird sowieso das sein, was ich schreiben werde.“ Károly, wir werden sehen …

Gleich zu Beginn möchte ich mich bei euch, bei Ihnen entschuldigen, Philip Rákay hat mir ans Herz gelegt, immer auf die Uhr dort zu schauen. Wenn es 60:00 auf der Uhr ist, werde ich versuchen, mich mit großem Respekt bei allen für ihre Fragen zu bedanken und dem Herrn Präsidenten für seine Antworten zu danken, aber wenn er immer etwas sagt, habe ich kaum eine Chance dazu. Verzeihen Sie mir, Philip, ich werde mich bemühen, das verspreche ich Ihnen.

Ich sage es zu meiner Tochter, damit auch meine Schwiegertochter das verstehen soll – wie die Volksweisheit das ausdrückt. Ich verstehe das natürlich…

Nun, meine Damen und Herren, ich übergebe Ihnen mit großem Respekt das Wort. Wir haben mit dem Herrn Präsidenten vereinbart, dass ich drei Fragen sammeln werde. Zu diesen drei Fragen wird der Herr Ministerpräsident anschließend seine Meinung äußern, und danach werden wir eine weitere Runde eröffnen. Nun, wer möchte als Erster eine Frage stellen? Ich schaue mich um, dort oben winkt eine Dame mit beiden Händen. Ich bitte meine Kollegen um Hilfe, ihr, wenn möglich, ein Mikrofon zu bringen.

Rózsa Járfás: Vielen Dank! Wein, Weizen und Frieden! Ich bin Rózsa Járfás, Unternehmerin aus Kaposvár. Ich stamme aus einer ländlichen, tief in Somogy verwurzelten Bauernfamilie. Meine Familie, bzw. ein Teil meiner Familie, ist bis heute in der Landwirtschaft tätig. Viele meiner Freunde und Bekannten sind, wie die meisten Menschen in Somogy, Bauern und Landwirte. Ich bin hier, um dem Ministerpräsidenten und der Regierung für die enorme Unterstützung zu danken, die sie den Landwirten in den letzten Jahren gewährt haben, damit diese mutig planen konnten. Sie haben Vertrauen, Hoffnung und sehr ernsthafte Ziele für die Zukunft. Die Ereignisse der letzten Woche haben die Landwirte jedoch zum Nachdenken gebracht. Die Brüsseler sitzen, wie der Ministerpräsident zu sagen pflegt, umgekehrt auf dem Pferd und wollen alle möglichen – ich werde dieses Wort verwenden – Abfälle nach Europa lassen und uns zwingen, diese Produkte zu kaufen. Die Landwirte fragen sich, was mit ihren Erzeugnissen geschehen wird, wenn das Freihandelsabkommen in Kraft tritt und ukrainisches Getreide ins Land kommt. Meine Frage an den Herrn Ministerpräsidenten lautet: Gibt es eine Hintertür, damit die Landwirte weiter planen können? Wir Ungarn sagen sogar in unseren Gebeten: „Unser tägliches Brot gib uns heute.” Herr Ministerpräsident, im Namen der Landwirte bitte ich Sie und Ihre Regierung um Hilfe. Vielen Dank!

Károly Szita: Vielen Dank! Liebe Freunde! Bevor ich fortfahre, möchte ich mich auch im Namen des Präsidenten für alle Fragen bedanken, aber damit möglichst viele Fragesteller die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen, möchte ich Sie alle höflich bitten, Ihre Fragen in einer Minute zu stellen. Bitte sehr! Bitte warten Sie einen Moment, meine Kollegen helfen mir und bringen das Mikrofon her. Ich versuche, nach Sektoren vorzugehen, ich kann nicht überall hinschauen, bitte entschuldigen Sie, dass ich nicht jedem das Wort erteile. Bitte sehr!

Margit Kaposvölgyiné Hangyel: Ich bin Kaposvölgyiné, Rentnerin. Ich habe vier Enkelkinder. Wir haben uns sehr über die Einfrierung und Senkung der Nebenkosten gefreut, aber ich persönlich mache mir Sorgen, dass das Ganze nicht finanzierbar sein wird, wenn die Energiepreise aufgrund des Krieges weiter steigen. Sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Wissen Sie etwas Ermutigendes zu diesem Thema?

Szita Károly: Vielen Dank! Ich drehe mich einmal um. Bitte sehr, dort hinten helfen mir meine Kollegen, sie strecken ihre Hände aus, es ist sehr schwierig. Ja, bitte sehr!

Sándor Kecskeméti: Guten Tag! Ich bin Sándor Kecskeméti und lebe im Komitat Somogy. Derzeit ist die ukrainische Front weit entfernt, und ich möchte, dass dies auch so bleibt. Ich würde nur für mein eigenes Land und meine Familie Krieg führen. Ich werde nicht für die Ukraine Krieg führen, und ich werde nicht für einen Ukrainer Krieg führen, der in einem grünen Pullover predigt. Was ist Ihre Botschaft an die Einwohner des Komitats Somogy? Was geschieht derzeit in der Ukraine?

Károly Szita: Vielen Dank für die Frage! Sehr geehrter Herr Präsident, bitte sehr!

Jede dieser Fragen würde einen ganzen Vormittag oder Nachmittag in Anspruch nehmen. Beginnen wir mit den Bauern! Wenn wir uns der Frage aus der Ferne nähern, warum wir darauf bestehen, dass die ungarischen Dörfer überleben, warum wir ungarische Bauern brauchen, warum wir ungarische Landwirtschaft brauchen, dann muss ich sagen, wenn ich mich in der Welt umschaue, sehe ich, dass überall künstliche Dinge zunehmen und die Menschheit entfernt sich von ihrem realen, natürlichen Umfeld. Alles ist aus Kunststoff, jetzt wollen sie uns sogar Kunstfleisch zu essen geben, sogar die Intelligenz ist künstlich, obwohl wir mit der natürlichen auch nicht besonders gut zurechtkommen, die sollten wir vielleicht lieber weiterentwickeln. Also irgendwie alles… Der Mensch hat das zivilisatorische Selbstbewusstsein, dass sich die Dinge von uns entfernen, immer mehr zu Kunststoff, künstlich werden, und das Dorf, die direkte Verbindung zur Natur, die Erde, die Bewirtschaftung der Erde, wenn aus dem Nichts oder aus einem Samen etwas entsteht, all das sind Erfahrungen, die so wichtige Teile des menschlichen Lebens sind, dass sie bewahrt werden müssen, auch wenn das Leben in der Stadt immer bequemer wird. Deshalb müssen die Dörfer auf jeden Fall erhalten bleiben. Somogyland hat dabei eine große Verantwortung. Wenn ich die Daten richtig sehe, gibt es in Somogy von allen unseren Komitaten die meisten Dörfer, wenn ich mich recht erinnere, etwa zweihundertundsiebzig. Somogy hat also die Verantwortung und die Möglichkeit, die Ungarn dort auf dem Land zu halten und nicht zuzulassen, dass sie in dieser künstlichen Welt plötzlich den Bezug zur Realität und dann zu sich selbst verlieren. Und das ist die erste Dimension. Die zweite ist das materielle Leben selbst. Ungarn ist ein Land, dessen Landwirtschaft ausreicht, um 20 Millionen Menschen zu ernähren. Wenn wir also unser gesamtes Ackerland bewirtschaften und einen guten Durchschnitt erzielen, können wir 20 Millionen Menschen ernähren. Das bedeutet, dass wir uns selbst und noch zehn Millionen andere ernähren können. Das ist die Ernte, die wir verkaufen können. Die ungarische Landwirtschaft ist ein sehr wichtiger Pfeiler der ungarischen Wirtschaft, nicht nur aus den zuvor genannten symbolischen und zivilisatorischen Gründen, sondern auch aus finanziellen Gründen. Wir produzieren Lebensmittel für 10 Millionen Menschen und können diese auch anderswo verkaufen. Nun, hier beginnt das Problem. Das ist das Problem der ungarischen Landwirtschaft. Es gibt einen Kampf zwischen Händlern und Produzenten auf der ganzen Welt. Wenn wir über das sprechen, was Sie erwähnt haben, nämlich den Import billiger Lebensmittel aus Mercosur in Südamerika und aus der Ukraine, worum geht es dann eigentlich? Es geht darum, dass zehn Millionen Ungarn Importe konsumieren sollen. Wem nützen die Importe? Nun, den Händlern! Tatsächlich geht es hier auch um einen versteckten Krieg zwischen Händlern und Produzenten. Wenn Sie die ungarische Landwirtschaft schützen können, dann schützen Sie Ihre Produzenten. Wenn nicht, dann haben Sie den Konsum von zehn Millionen Menschen und deren finanzielle Macht an die Importeure, also die Händler, abgegeben. Deshalb ist es auch für die ungarische Souveränität von entscheidender Bedeutung, dass es eine ungarische Landschaft, Dörfer und eine ungarische Landwirtschaft gibt. Wie sieht es jetzt aus, gibt es eine Hintertür? Es gibt eine Hintertür, wenn wir sie mit einer großen Axt aufbrechen. Von selbst gibt es keine, also muss man auch eine Hintertür öffnen.

Károly wird mich dafür zurechtweisen, aber hier findet ein versteckter Krieg des europäischen öffentlichen Rechts statt. Wenn die Europäische Union beispielsweise einen Vertrag über die Einfuhr südamerikanischer Lebensmittel nach Europa abschließt, muss laut der derzeit geltenden europäischen Verfassung jedes Land in seinem nationalen Parlament darüber abstimmen, man sagt, es muss ratifiziert werden. Dieses Recht kann uns niemand nehmen. Wie kann man uns dieses Recht nehmen? Indem man ein Gesetz erfindet, das völlig im Widerspruch zur EU-Verfassung steht, die besagt, dass dies zwar stimmt, aber solange dies nicht geschieht, kann die Kommission – das heißt Frau von der Leyen – den Vertrag, den wir nicht genehmigt haben, vorläufig in Kraft setzen. Genau das ist jetzt passiert, darum geht es in der Debatte, darum geht es in diesem Kampf. Denn die Kommission will einen Vertrag vorläufig in Kraft setzen, dem nicht nur wir, sondern auch andere Länder nicht zustimmen werden. Solche versteckten Kämpfe finden in Brüssel statt. Meiner Meinung nach gibt es eine Chance, wenn die Landwirte für sich selbst eintreten, denn die Politiker in Brüssel sind nicht so mutig, wie sie sich bei Pressekonferenzen geben, und wenn die Landwirte zusammenkommen, ziehen sie sich normalerweise zurück. Es muss eine europaweite Zusammenarbeit der Landwirte geben, dann können meiner Meinung nach die europäischen Landwirte gerettet werden. Was die ungarische Landwirtschaft betrifft – ich habe gehört, dass János Lázár auch darüber gesprochen hat –, muss ich sagen, dass sich die ungarische Landwirtschaft in den letzten fünfzehn Jahren stark entwickelt hat, ihre Effizienz gesteigert hat und laut den Daten seit 2010 einen Produktivitätsanstieg von 53 Prozent verzeichnen kann, sodass wir heute das siebtproduktivste Agrarland der Europäischen Union sind. Das ist nicht schlecht unter 27 Ländern, aber meiner Meinung nach sollten wir uns bis zum Podiumsplatz nicht stehen bleiben, sondern unter die ersten drei kommen. Dafür werden wir nach 2026 sehr viele Ressourcen mobilisieren. Brüssel ist der Gegner der Landwirte, vergessen Sie das nicht! Brüssel ist der Feind der Landwirte, ebenso wie von der Leyen, Herr Weber, der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, und Herr Selenskyj, der minderwertige ukrainische Lebensmittel hierher bringen will, und auch der Vorsitzende der Tisza-Partei ist in diesem Paket enthalten. Diese werden, wie Sie wissen, im Paket verkauft: Wenn Sie die Tisza bekommen, bekommen Sie dazu eine von der Leyen, einen Weber und sogar einen Selenskyj. Hier, Lahmer, bitte, hier ist ein Buckel! So viel zum Thema Landwirtschaft.

Was die Nebenkosten angeht, so handelt es sich um eine Frage, die auch sehr tiefgreifende philosophische Aspekte berührt, denn es steht außer Frage, dass wir mit der Einführung der Nebenkostensenkung die Energiepreise für die Bevölkerung von den sogenannten natürlichen Marktprozessen abgekoppelt haben. Das bedeutet, dass die Ungarn weniger für Energie bezahlen, als wenn sie diese ohne staatliche Regulierung auf dem Markt kaufen müssten. Es ist sehr umstritten, ob man so etwas tun darf. Meiner Meinung nach sollte man dies nicht aus der Theorie ableiten, sondern aus der Realität. Und wenn ich mir anschaue, was heute in Westeuropa passiert, wo es keine Senkung der Nebenkosten gibt, dann sehe ich, dass Bürger und Familien wie Sie in Europa zwei- bis dreimal so viel für ihre Nebenkosten bezahlen wie Sie. Die Frage muss lauten: Würden ungarische Familien das aushalten? Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Gasrechnung von 30-40 Tausend Forint pro Monat, multiplizieren Sie das mit drei pro Monat, und dann können Sie sich überlegen, welche Folgen es hätte, wenn es keine Senkung der Nebenkosten gäbe. Je ärmer man ist, desto mehr würden einen die hohen Energiepreise zu Boden werfen. Deshalb hat die ungarische Regierung beschlossen, dass wir die Nebenkosten als ein Thema betrachten, das wir gemeinsam auf nationaler Ebene regeln müssen, und deshalb schaffen wir ein System zur Senkung der Nebenkosten. Wie machen wir das? Wir tun dies, indem wir denjenigen, die in der Energiebranche viel Geld verdienen, einen Teil ihrer Gewinne wegnehmen und diesen als Subventionen für die Grundversorgung an die Menschen verteilen. Das ist die Situation, vereinfacht gesagt, die auf den ersten Blick so einfach erscheint, denn wenn wir beispielsweise Mol nicht einen Großteil seiner Gewinne wegnehmen würden, wäre Mol ein erfolgreicheres Unternehmen. Oder wenn wir MVM nicht einen Teil seines Gewinns wegnehmen und verteilen würden, wäre es ein erfolgreicheres Unternehmen, also hat alles seinen Preis. Das bedeutet, dass im ungarischen Energiesektor keine Gewinne wie im Westen erzielt werden können. Jetzt gibt es diesen anständigen, neuen Mann an der Seite der Tisza, diesen Corporate Man namens Kapitány, der bei Shell gearbeitet hat. Ich habe mir gerade angesehen, dass, als es aufgrund des Krieges zu einem starken Anstieg der Energiepreise kam, 2022-2023, Shell vor dem Anstieg der Energiepreise einen Jahresgewinn von 19 Milliarden hatte, der innerhalb eines Jahres auf 40 Milliarden stieg. Das war der Zuwachs, den wir genommen und den Menschen gegeben haben, damit sie nicht den Preis für die drastischen, unerträglichen Veränderungen auf dem Energiemarkt zahlen mussten. Ich möchte Ihnen also sagen, dass die Senkung der Nebenkosten eine sehr komplizierte Angelegenheit ist, die sehr schwer aufrechtzuerhalten ist, aber ich bin überzeugt, dass sie in Ungarn zum Gemeinwohl geworden ist. Die Senkung der Nebenkosten muss als eine Dienstleistung betrachtet werden, die der ungarische Staat erbringen muss, und solange es eine nationale Regierung gibt, wird dies auch so bleiben. Wir müssen wissen, dass unsere Gegner dies abschaffen wollen. Wir erhalten also regelmäßig schriftliche Aufforderungen aus Brüssel, die Senkung der Nebenkosten aufzuheben. Und die von Brüssel unterstützten ungarischen Politiker tun genau das. Tisza sagt auch, dass die Senkung der Nebenkosten Humbug sei. Nun, vielleicht ist es auf dem noblen Rosenhügel in Budapest ein Humbug, aber im Außenbezirk von Kaposvár ist das nicht sicher, dort ist es meiner Meinung nach wichtig. Die Wahl wird also auch eine Dimension haben: Wenn die nationale Regierung bleibt, bleibt die Senkung der Nebenkosten, wenn eine Brüsseler Regierung kommt, ist es mit der Senkung der Nebenkosten vorbei. Die Frage ist, was wir langfristig tun wollen. Neben Gas ist im Bereich der Energie auch Strom wichtig, da haben wir Spielraum. Zu den großen Zielen gehört, dass Ungarn Energieunabhängigkeit erreicht. Dies kann in den folgenden Schritten realisiert werden. Zunächst bauen wir Paks II, denn das ist die günstigste Energie, die verfügbar ist. Danach verlängern wir die Betriebszeit von Paks I. Zusammen können diese beiden Kraftwerke etwa 65 bis 66 Prozent des ungarischen Strombedarfs decken. Wir entwickeln weiterhin Solarzellen und stellen nun auch Unternehmen und Privatpersonen Batterien zur Verfügung, die etwa 20 Prozent des Bedarfs decken können, sodass nur noch 10 Prozent aus Gas gedeckt werden müssen. Und währenddessen kaufen wir, da wir selbst keine Gasfelder haben, heimlich und still Gasfelder auf der ganzen Welt. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, dass es beispielsweise in Aserbaidschan ein ungarisches Gasfeld gibt. Wenn wir das durchziehen können, wird Ungarn am Ende des nächsten Zyklus ein Land sein, das seinen eigenen Strombedarf selbst decken kann. Soviel zum Thema Energie und Senkung der Nebenkosten. Wer uns gefragt hat, ob dies nachhaltig ist, braucht sich also keine Sorgen zu machen. Natürlich ist es nicht aufrechtzuerhalten, aber wir sind in der Lage, es aufrechtzuerhalten. Das ist im Wesentlichen die kurze Antwort.

Die Ukraine. Bevor ich die Frage beantworte, inwiefern uns die Ukraine bedroht und wie sie sich auf das Leben in Ungarn auswirkt, möchte ich kurz darauf eingehen, was in der Ukraine in einem größeren Zusammenhang und aus einer breiteren Perspektive geschieht. Ich schlage vor, dass wir gedanklich ins Jahr 1990 zurückreisen. 1990: Die Sowjets ziehen sich zurück, Ungarn tritt aus dem Warschauer Pakt aus und tritt 1999 der NATO bei. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegen acht bis neun Jahre, in denen Ungarn tatsächlich eine Pufferzone zwischen der westlichen Welt und der russischen Welt ist. Es gelingt uns, in die NATO aufgenommen zu werden, wodurch Ungarn aus der Pufferzone herauskommt und Teil des westlichen Sicherheitssystems wird. Das westliche Sicherheitssystem endet an der Ostgrenze Ungarns, dort beginnt die Ukraine. Und so wurde die Ukraine zu dem Gebiet, das die Pufferzone zwischen der russischen Welt und der russischen Armee und der westlichen Welt bildete. Das war ihr Status für etwa dreißig Jahre. Das Schicksal solcher Pufferzonen ist es, dass diejenigen, zwischen denen sie liegen, Einfluss auf sie ausüben. Es war ein ständiger Konflikt, aber letztendlich hatte die westliche Welt 50 Prozent Einfluss auf die Ukraine und die russische Welt ebenfalls 50 Prozent. Das war die Ukraine. Dann wurde eine Entscheidung getroffen. Die Westmächte, die Amerikaner und die Ukrainer beschlossen gemeinsam, dem ein Ende zu setzen, und dass sie nicht länger eine Pufferzone sein würden, sondern sich dem westlichen Sicherheitssystem anschließen würden, so wie wir es getan hatten. Das hatte jedoch zur Folge, dass die Russen das Gefühl hatten, die NATO sei bis an die direkten Staatsgrenzen Russlands vorgedrungen, und sie sagten: Nein! Vielleicht hat die Ukraine das Recht, sich anzuschließen, wo sie will, aber Russland sieht das Leben so, dass es das Recht hat, keine feindliche Armee an seine Landesgrenzen zu lassen. Und es hat gesagt, wenn ihr das macht, wenn ihr auf der NATO-Mitgliedschaft der Ukraine besteht, wird es Krieg geben. Und so ist es auch gekommen. Die Ukraine und die Amerikaner, Europa, der Westen bestanden auf der NATO-Mitgliedschaft der Ukraine, die Russen bestanden darauf, dass dies nicht geschehen darf – daraus wurde Krieg. Das wird natürlich aus westlicher Sicht so erzählt, dass der kleine Vielfraß aus dem Osten kam und die arme Ukraine verschlang. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass die Russen territoriale Ambitionen haben, wir können niemandem in den Kopf schauen, und in die Köpfe von Menschen, die beim KGB ausgebildet wurden, können wir gar nicht hineinschauen, das geht nicht, aber eines wissen wir: Wir kennen die Fakten. Und ich sehe keine andere Lösung, als sich damit abzufinden, dass die NATO und die Europäische Union sich nicht direkt an die Grenzen Russlands heranwagen können, weil die Russen darauf immer mit Krieg reagieren werden. Deshalb muss es immer etwas geben, eine Pufferzone zwischen Russland und dem Westen, einschließlich Ungarn, zwischen den östlichen Grenzen Ungarns. Und wir sollten uns darauf einigen, dass dieses Gebiet, das man Ukraine nennt, eine Pufferzone war, jetzt ein Kriegsgebiet wird und wie es wieder zu einem Pufferstaat werden kann. Ein friedliches, entwicklungsfähiges Land, das Einflüsse von rechts und links erfährt, diese in seine Politik einbaut und sich in einer besonderen Lage befindet. Das können wir erreichen. Wenn dies nicht geschieht, ist die Alternative ein andauernder Krieg. Viele von uns hier sind seit einiger Zeit verheiratet, ich selbst bin fast vierzig, und in der Ehe lernt man, dass Frieden und Friedfertigkeit wichtiger sind als Gerechtigkeit. Das ist die Situation hier! Deshalb schlage ich Ihnen vor, dass wir in diesem Konflikt nicht nach der Wahrheit suchen, sondern nach Wegen, wie wir Frieden erreichen und die ernsthaften Gefahren so gering wie möglich halten können. Das ist jetzt der große Zusammenhang. Wenn Sie in den Nachrichten von Sicherheitsgarantien hier und da hören, dann stellen Sie sich diesen Zusammenhang vor, ordnen Sie die täglichen Nachrichten ein, und dann wird alles verständlich, was vielleicht auf den ersten Blick aus dem Nachrichtenfluss nicht selbstverständlich ist.

Ungarn. Die Situation ist, wie ich bereits erwähnt habe, dass ich aus Brüssel zu Ihnen gekommen bin, wo eine Kriegsratssitzung stattfand. In Brüssel finden heute also keine Gipfeltreffen der Ministerpräsidenten statt, sondern Kriegsratssitzungen! Denn die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union haben beschlossen, Russland in einem Krieg an der ukrainischen Front zu besiegen. Das ist beschlossen! Bevor ich hier zu Ihnen kommen konnte, haben Sie hier die Überschriften gesehen: „Was auch immer es kostet.“ „So lange wie nötig.“ Waffen, Geld, und jetzt gibt es sogar eine unterzeichnete Vereinbarung, dass sie, wenn nötig, auch Soldaten in die Ukraine schicken werden. Europa geht also nicht in den Krieg, sondern ist bereits im Krieg. Die Frage ist nur, wie schnell sich die Auswirkungen davon auf unser Leben bemerkbar machen werden. Die größte Gefahr besteht darin, dass unsere Kinder zum Militärdienst eingezogen werden. Die größte Gefahr besteht darin, dass sich die ungarischen Kinder, dass sich die ungarischen Jugendlichen plötzlich in einer Situation wiederfinden, in der sie in Uniform auf ukrainischem Boden stehen. Wir standen schon einmal in Uniform auf ukrainischem Boden. Das schönste Soldatenlied handelt vielleicht gerade von Somogyland, es ist das Lied einer Mutter aus Somogy, die sich nach ihrem Mann sehnt, zu hören auf der Platte von Tamás Cseh. Aus Somogyland wurden also sehr viele junge Menschen als Soldaten in den Zweiten Weltkrieg geschickt, und wir möchten keine Situation in Europa, in der es in Ungarn eine Regierung gibt, die, anstatt sich für einen Verzicht auf Krieg einzusetzen, nur weil die Westmächte in den Krieg ziehen, der Meinung ist, dass wir dann auch mitziehen müssen. Und sie will nicht draußen bleiben, sondern gleichzeitig mit den Westmächten handeln. Wenn wir in Kriegsangelegenheiten gleichzeitig mit den Westeuropäern handeln, werden sich unsere jungen Leute auf dem Gebiet der Ukraine wiederfinden, mitten in einem Krieg. Und wer kommt zurück? Darüber sprechen die Dokumente der Geschichte der beiden Weltkriege!

Das Wichtigste ist also, dass wir unsere jungen Menschen schützen, keine politischen Veränderungen in Ungarn zulassen, um es ganz klar zu sagen: Wir dürfen nicht zulassen, dass eine Tisza-Regierung Ungarn auf den Brüsseler Weg drängt, was letztendlich dazu führt, dass unsere Kinder als Soldaten in den Krieg geschickt werden. Das zweite Thema ist die Frage des Geldes. Sprechen wir ohne Scham über die Geldfrage! Für einen Krieg braucht man Geld. Die Europäische Union hat beschlossen, Krieg zu führen, aber sie hat kein Geld. Was macht sie? Sie kann Geld aus zwei Quellen beschaffen. Zum einen von den Mitgliedstaaten, zum anderen, indem sie selbst Kredite aufnimmt. Sie hören alle möglichen Zahlen. Die Zahlen, die mir vorliegen, zeigen, dass wir bisher 195 Milliarden Euro aus Europa in die Ukraine geschickt haben. Und es wurde beschlossen, jetzt weitere 90 Milliarden Euro zu schicken. Die Union hat kein Geld, sie hat Kredite aufgenommen und diese Kredite an die Ukrainer weitergegeben, damit sie sie zurückzahlen. Nun, dann soll Tisza auf die Weise die Wahl gewinnen, so wie die Ukrainer die Kredite zurückzahlen! Das sind 90 Milliarden! Und nun haben sie am Donnerstagabend ein Dokument unter uns bzw. an uns verteilt, von dem ich eine Kopie für Sie mitgebracht habe. Es handelt sich um ein brandaktuelles, nicht veröffentlichtes Dokument, das gestern bei Politico durchgesickert ist, vielleicht dürfte ich es hier gar nicht zeigen. Es ist ein Plan darüber, wie viel Geld die Union der Ukraine geben will. Das ist ein Dokument der Europäischen Kommission. Hier geht es nicht mehr darum, was wir hier in Budapest denken und wie wir uns ausgeklügelt haben, was daraus werden soll, sondern es steht genau geschrieben, was passieren wird. Das ist ein Dokument der Kommission. Es ist lang, ich werde es nicht vorlesen, aber „mit diesem Bestreben” – also mit der Wiederbelebung der Ukraine – „stünde die Mobilisierung von insgesamt rund 800 Milliarden Dollar an Kapital im Einklang”, und dann steht in dem Papier, wie wir 800 Milliarden Dollar für die Ukrainer im Rahmen eines sogenannten ukrainischen Wohlfahrtsprogramms aufbringen werden. Dann steht hier unten, gemeinerweise in kleiner Schrift – da können Sie sehen, dass auch meine Arbeit nicht leicht ist – in einer Fußnote noch, dass diese 800 Milliarden die Militärausgaben nicht enthalten, weil das ein anderer Posten ist. „Nach Angaben der ukrainischen Regierung könnten diese angesichts der aktuellen Lage 700 Milliarden Dollar übersteigen.” Wir sind also bei 1.500 Milliarden! Damit wir die Situation nicht falsch verstehen, sagt dieses großartige Dokument, dass natürlich nicht nur dieses Geld für die Ukraine aufgebracht werden muss, sondern dass es auch Teil dieses Plans zur Geldbeschaffung ist, dass die Ukraine – hier steht es geschrieben! – bis 2027 der Europäischen Union beitreten soll. Das ist im nächsten Jahr! Das ist die Realität! Wenn also jemand Ihnen weismachen will, dass die EU-Mitgliedschaft der Ukraine, die übrigens die ungarische Landwirtschaft ruiniert und uns unser ganzes Geld wegnimmt, in einer nebulösen, fernen Zukunft liegt, dann glauben Sie das nicht, denn sie ist für 2027, Anfang 2028 geplant. Wenn sie sagen, dass uns der Krieg in der Ukraine nichts kostet: 800 plus 700 Milliarden. Ich möchte Ihnen nun kurz darlegen, dass wir, wenn wir nicht auf unseren Standpunkten beharren und nicht schnell und nachdrücklich erklären, dass wir nicht zahlen werden und uns nicht daran beteiligen werden, dann werden sie uns in eine Verschuldung drängen, die nicht nur unsere Enkelkinder – 1.500 Milliarden Dollar! –, sondern auch unsere Urenkelkinder bezahlen müssen. Ich sage leise, als eine Ironie der Geschichte, dass die Deutschen die letzte Rate der Reparationszahlungen für den Ersten Weltkrieg 1990 bezahlt haben. Wie lange also die wirtschaftlichen Folgen eines Krieges andauern und wie lange aufeinanderfolgende Generationen die finanziellen Kosten des Krieges tragen müssen, übersteigt unsere normale Vorstellungskraft. Das können zwei, drei oder vier Generationen sein!

Deshalb ist eine der Fragen, um die es bei den Wahlen 2026 geht, ob wir Ungarn in diese finanzielle Schuldknechtschaft hineinlassen oder ob wir Nein sagen und Widerstand leisten. Damit dies gelingt, haben wir eine Nationale Petition gestartet, die ich Ihnen hier mitgebracht habe. Hier sind die Brüsseler Politiker, die man im Paket kaufen kann, damit man sie erkennen kann. Mit dem Ausfüllen der Petition kann man drei Dinge sagen. Erstens: „Ich sage Nein zur weiteren Finanzierung des russisch-ukrainischen Krieges!“ „Ich sage Nein dazu, dass wir in den nächsten zehn Jahren für das Funktionieren des ukrainischen Staates bezahlen müssen.“ „Und ich sage Nein zur Erhöhung der Nebenkosten aufgrund des Krieges!“ Das ist die Nationale Petition. Ich bitte Sie, diese auszufüllen!

Wäre die Ukraine heute Mitglied der Europäischen Union, stünde die Europäische Union heute in einem direkten militärischen Konflikt mit Russland. Wir unterstützen die EU-Mitgliedschaft der Ukraine nicht deshalb nicht, weil wir ein Herz aus Stein haben, sondern weil wir uns nicht selbst Schaden zufügen wollen. Die Ukraine ist auch langfristig militärisch unsicher, mal ist sie friedlich, mal ist sie Kriegsgebiet. Und wenn sie in irgendeiner Integration, NATO oder Europäische Union, in der auch wir sind, dabei ist, bestünde ständig die Gefahr, dass wir selbst, dass auch wir in diesen Konflikt hineingezogen werden. Deshalb muss die Ukraine außerhalb der Europäischen Union bleiben. Es muss eine Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und der Union geben, man darf sie nicht allein lassen, man muss strategische Verträge und Abkommen schließen, aber nicht solche, sondern andere, die auch für uns gut sind. Jedoch sie hereinzulassen und ihnen das Recht auf Aufenthalt zu gewähren, wäre lebensgefährlich und würde für Ungarn eine ständige Kriegsgefahr bedeuten, deshalb muss man außen vor bleiben.

Es ist nicht einfach, außen vor zu bleiben, meine Damen und Herren, es ist nicht einfach! Es gab zwei Weltkriege, wir hatten fantastische politische Führer, aber keiner von ihnen hat es geschafft, Ungarn aus dem Krieg herauszuhalten. Die Situation ist also so, dass wir in den nächsten Jahren einen großen nationalen Zusammenhalt brauchen, um Ungarn aus dem Krieg herauszuhalten. Ich danke dem anonymen Unterstützer für seinen Zwischenruf, dass ich jetzt dran bin, aber glauben Sie mir, das wird nicht reichen… Ich werde dort sein, wo ich sein muss, und ich werde eine Fahne hochhalten, unter der man sich versammeln kann, und es wird eine Fahne sein, unter der man sich immer mit Stolz versammeln kann, aber ein guter Staatsführer allein reicht nicht aus. Hier kann man nur durch vollständigen nationalen Zusammenhalt dem Krieg entgehen. Hier wird es Entscheidungen geben, hier wird Druck ausgeübt werden. Wir müssen unsere Absicht kontinuierlich aufrechterhalten.

Und nun möchte ich Ihnen im Geiste der universellen katholischen Brüderlichkeit noch sagen, dass wir, während diese Gefahren aus der Ukraine drohen, während die Ukrainer uns in den Krieg hineinziehen wollen, während sie uns auf schändliche und respektlose Weise behandeln und mit uns sprechen, in Ungarn heute 30.000 ukrainische Flüchtlinge versorgen. Gleichzeitig erhält die Ukraine einen Großteil ihrer Energieversorgung von uns. Sie erhält 40 Prozent ihres Stroms von uns. Und wenn wir ihnen kein Benzin liefern würden, würden ihre Fahrzeuge nicht funktionieren. Ich möchte Ihnen also sagen, dass wir zwar hart sind und für unsere Interessen eintreten, aber dennoch ein Herz haben und den Menschen in Not helfen, auch wenn sie Ukrainer sind.

Károly Szita: Vielen Dank, Herr Präsident! In diesem Bereich war ich noch nicht. Dort hat sich ein junger Mann mit Krawatte gemeldet. Ich sehe auch schlecht. Bitte sehr! Sie haben das Wort!

Zoltán Gábor Horváth: Ich bin Zoltán Gábor Horváth, von Beruf Lehrer. In meinem Umfeld kam mehrfach die Frage auf, ich möchte nun ein wenig auf das Thema internationale Beziehungen eingehen. Sie haben sich in den letzten Wochen und Monaten mehrfach mit Präsident Trump getroffen. Ich könnte sagen, dass er einer Ihrer Lieblingspolitiker ist, wenn ich das so sagen darf, ihn mehrfach gelobt haben, da muss es doch einen Grund dafür geben. Ich möchte Sie fragen, ob diese gute Beziehung positive Auswirkungen auf Ungarn, auf das ländliche Ungarn oder auf die Menschen in Somogy haben wird. Gut? Das wäre also meine Frage. Vielen Dank!

Lassen Sie mich darauf sofort antworten. Lassen Sie mich darauf sofort antworten, damit wir nicht noch zwei weitere Fragen sammeln, denn damit würden wir möglicherweise die uns zur Verfügung stehende Zeit überschreiten. Das ist also keine einfache Sache. Alles, was wir heute vom amerikanischen Präsidenten und um den amerikanischen Präsidenten herum sehen, ist für uns völlig ungewohnt. Daran sind wir nicht gewöhnt. Außerdem sind wir Mitteleuropäer, wir haben unser eigenes kulturelles Codesystem, nach dem wir uns verhalten, und ich kann sagen, dass es sich von dem Codesystem unterscheidet, nach dem der amerikanische Präsident funktioniert. Das liegt auch daran, dass die Amerikaner nur in Superlativen sprechen können. Alles ist „großartig”, „fantastisch”, „herausragend”, „nie dagewesen”. Das sind die zurückhaltendsten Adjektive, nicht wahr? Ein Ungar kann so nicht sprechen, weil er das vielleicht als Prahlerei auffassen würde, deshalb hält ein Ungar eher Zurückhaltung, Besonnenheit, Selbstvertrauen, aber dennoch Zurückhaltung für richtig in unserem Verhalten und auch im internationalen Umgang. Aber damit ist jetzt Schluss. Es ist ein amerikanischer Geschäftsmann gekommen, der alles für großartig und fantastisch hält, dass es dies noch nie gegeben hat, und der glaubt, dass es nie wieder so gut sein wird wie jetzt. Man kann darüber lächeln, und die Europäer lächeln darüber mit dieser akademischen Überheblichkeit. Aber wie sieht die Realität aus? Die Realität ist, dass die NATO versagt hat. Sie hat schon lange nicht mehr funktioniert. Die Mitgliedstaaten haben nicht einmal 2 Prozent ihres Budgets für Militärausgaben ausgegeben, obwohl sie sich dazu verpflichtet hatten. Dann kam dieser Präsident – man kann alles sagen –, wie hoch sind jetzt die Ausgaben? 2 Prozent! Wir haben uns sogar zu 3,5 Prozent verpflichtet! Er hat also die NATO gerettet. Man kann dann über den amerikanischen Präsidenten sagen, dass er so und so ist, dass er Fantasien hat, sagen wir, über die Immobilienentwicklung im Gazastreifen, darüber habe ich in Davos einen großartigen Vortrag gesehen, das kann man sagen, aber dort haben sich vor kurzem noch Tausende von Menschen gegenseitig umgebracht. Das ist vorbei, jetzt herrscht dort Frieden, jetzt töten sich die Menschen dort nicht mehr gegenseitig. Und aus Venezuela wurden tonnenweise Drogen in die westliche Welt, nach Amerika, transportiert. Jetzt ist damit Schluss! Der Iran stellte eine ständige Bedrohung dar, jetzt ist der Iran am Boden. Ich kann nur sagen, dass während die Westler spöttische Bemerkungen über den amerikanischen Präsidenten machen, die Wahrheit ist, dass alle internationalen Institutionen, die in den letzten dreißig Jahren in gut erzogener europäischer, akademischer Manier geführt wurden, gelähmt waren, keine Ergebnisse vorweisen konnten, dann kam ein Mann, hat alles umgekrempelt, und jetzt gibt es Ergebnisse. Natürlich immer weniger, als er sagt. Aber ist das nicht so im Geschäftsleben? Vielleicht wollte er ganz Grönland wie einen großen Eiswürfel in seinen Whisky geben – das ist möglich –, und vielleicht kann er es nicht hineinwerfen, aber dass dieser Eiswürfel jetzt ihm gehört und dort passiert, was er will, darin können wir ganz sicher sein! Das wird natürlich im Rahmen der NATO geschehen, aber dennoch wird dort alles geschehen, was aus militärischer Sicht für die Vereinigten Staaten wichtig ist. Deshalb schlage ich vor, dass wir uns nicht auf solche stilistischen Spötteleien hereinfallen, sondern den Kern der Dinge sehen! Es gibt einen amerikanischen Präsidenten, der beschlossen hat, dass er seine Amtszeit nicht einfach verstreichen lassen will, sondern Dinge tun, Probleme lösen und Ziele erreichen will. Und er hat damit begonnen und tut genau das. Und wenn wir Glück haben, kann er sogar im Krieg zwischen der Ukraine und Russland etwas erreichen. Das wissen wir nicht, aber es wäre gut, wenn er uns retten könnte, denn es ist sicher, dass die Westler, die Westeuropäer, nichts erreichen werden. Ich denke, dass es für Ungarn insgesamt gut ist, dass Amerika heute einen so eigenartigen, ungewöhnlichen, aber sehr effektiven, sehr selbstbewussten und handlungsfähigen Präsidenten hat, weil er einige der ungelösten Probleme der internationalen Welt löst, und das ist auch gut für uns. Wenn wir das nicht durch diese Brille betrachten, sondern eine ungarische Brille aufsetzen, dann kann ich sagen, dass es aus drei Gründen wichtig und vorteilhaft für uns ist, dass er Präsident ist. Erstens: Wenn er nicht Präsident wäre und wir 2015, also vor elf Jahren, bevor ihn irgendjemand ernst nahm, kein Bündnis mit ihm geschlossen hätten, wir ihn damals nicht schon unterstützt hätten. Wir haben ihn unterstützt? „Wie wir über die Brücke stampfen!“, sagt die kleine Maus, wenn sie mit dem Elefanten geht. Wir waren also die Einzigen, die ihn nicht kritisiert haben, sondern nur gesagt haben, dass es gut für die Welt wäre, wenn er gewinnen würde. Die Situation ist also so, dass ohne ihn die Senkung der Nebenkosten in Ungarn schon vorbei wäre, da Amerika ein Verbot für alle Gas- und Öllieferungen aus Russland verhängt hat. Wir mussten erreichen, dass dies so bleibt, nur dass man wie in der Sage in Klammern hinzufügt: außer dem Richter aus Gyev, also Ungarn. Und genau das ist passiert. Und wenn wir in den letzten zehn Jahren nicht Schritt für Schritt die Zusammenarbeit, die Freundschaft und die Kameradschaft mit ihm aufgebaut hätten, während die gesamte westeuropäische politische Elite ständig Witze machte und sich über ihn lustig machte, wenn wir das nicht getan hätten, gäbe es heute keine Senkung der Nebenkosten. Das ist das Erste. Ich spreche nicht davon, dass Mol eine amerikanische Genehmigung benötigt, um die serbische Ölraffinerie zu kaufen, die uns derzeit ebenfalls vorliegt. Das andere, was wichtig ist, ist, dass währenddessen, während amerikanisches Kapital aus allen Bereichen in die Vereinigten Staaten zurückgeführt wird, amerikanische Investitionen hierherkommen. Péter Szijjártó gibt jede Woche eine neue amerikanische Investition bekannt, die in Ungarn getätigt wird, und zwar im Bereich der Spitzentechnologie. Das heißt, dass Amerika heute als Investor stärker präsent ist als vor Trump. Und der dritte Punkt ist dieser bestimmte finanzielle Schutzschild, über dessen konkrete Form derzeit verhandelt wird, aber eines kann ich Ihnen sagen: Wenn jemand, sei es auf dem Londoner Finanzmarkt oder in Brüssel, beim EU-Haushalt, sich mit den Ungarn anlegen und eine Finanzkrise herbeiführen will, dann gibt es eine amerikanische Verbindung, mit deren Hilfe wir uns dagegen schützen können. Ungarn ist also auch finanziell sicher. Entschuldigung, Karcsi! Das war’s erstmal.

Károly Szita: Dort war ich noch nicht. Bitte sehr! Sie sind nicht so kahlköpfig wie ich, aber ja, Mikrofon. Vielen Dank!

Zsolt Jusits: Vielen Dank, Herr Bürgermeister, für das Wort! Ich bin Zsolt Jusits, Sänger, seit fast vierzig Jahren Theaterleiter, Lokalpatriot aus Kaposvár, Patriot, Vater von drei Kindern, und in einem Monat wird mein nächstes Enkelkind geboren, mein drittes Enkelkind. Ich weiß, dass Sie in Bezug auf Kinder und Enkelkinder auch gut stehen, und dazu gratuliere ich Ihnen, aber meine Frage beinhaltet auch meine Besorgnis. Ich stelle die Frage, aber ich denke, ich spreche für uns alle, wenn ich sage, dass wir uns um Sie sorgen, weil wir die Äußerungen und Drohungen von Selenskyj hören, lesen und sehen und wissen, dass auch die ukrainischen Extremisten hinter Ihnen her sind, um es so auszudrücken. Ich weiß, dass Sie ein mutiger, stolzer Ungar sind, aber unabhängig davon möchte ich Sie fragen, ob Sie keine Angst haben oder nicht deren Rache befürchten? Das wäre meine Frage. Vielen Dank!

Karcsi, ich werde darauf antworten.

Károly Szita: Ich habe es geahnt, Herr Präsident, lassen Sie uns nicht kleinlich sein!

Lassen Sie uns zunächst allgemein über Angst als solche sprechen. Ohne Angst gibt es keinen Mut. Denn Angst ist nichts anderes als etwas, das es zu überwinden gilt. Und hier zeigt sich, wer mutig und wer feige ist. Der Mutige besiegt seine Angst, der Feigling nicht. Deshalb sagt man in einer alten Soldatenerzählung, dass jemand dort in den Schützengräben zittert und die anderen ihn verspotten, und er sagt: „Wenn ihr so viel Angst hättet wie ich, wärt ihr schon längst weggerannt.“ Natürlich gibt es Angst im Menschen. Wer keine Angst hat, ist nicht mutig, sondern leichtsinnig. Wenn also ein Zigeuner sein Pferd verkauft – er will sein blindes Pferd verkaufen, das gegen die Wand rennt –, sagen die Leute: „Aber das ist doch blind.“ Es ist nicht blind, sondern waghalsig! Wer also keine Angst hat, ist nicht mutig, sondern waghalsig, und mit ihm muss man vorsichtig umgehen, weil er das Risiko eines Unglücks nicht einschätzen kann. So viel dazu zunächst einmal. Es geht also nicht darum, dass furchtlose Führer an der Spitze des Landes stehen, sondern um Menschen, die aus dem Sport, aus der Erziehung, von ihrem Vater, ihrer Mutter genau wissen, dass es Probleme geben kann, also wie das funktioniert. Die Furcht muss also überwunden werden. Wenn ich mir jetzt die Ukrainer anschaue und sehe, dass dieser Kollege Selenskyj droht, dann denke ich mir, dass er mein fünfter ukrainischer Präsident ist. Ich werde jetzt keine weiteren Witze aus dem humorvollen Volksmund bringen, aber es gibt ja den alten Stier, der dort auf dem Berggipfel steht… Also gut, das ist die erste Sache, er ist mein fünfter Präsident. Wir erinnern uns nicht einmal an die Namen der vier vorherigen. Klammer zu.

Persönliche Drohungen müssen manchmal ernst genommen werden, aber es ist doch die Aufgabe des Ministerpräsidenten, für Ruhe im Land zu sorgen. Jeder soll sein Leben in Ruhe leben können, ohne Heldentum, ohne unnötige Heldentaten, in einem ruhigen, gelassenen Tempo, jeder soll entscheiden können, wie er leben will, und in seinem eigenen Rhythmus vorankommen können. Es ist also nicht meine Aufgabe, das Land wegen dieser oder jener Bedrohung in Aufruhr zu versetzen, sondern diese Bedrohungen so lange ruhig zu behandeln, bis es nicht mehr unbedingt notwendig ist, dass jeder davon weiß. Dafür gibt es Mittel und Wege. Deshalb verordnen wir manchmal natürlich erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, was kein angenehmes Gefühl ist, aber so ist es nun einmal, und es ist kein Dauerzustand. Das Ausmaß der Bedrohung ist heute also nicht allgemein hoch, sondern eher mittel, und es gibt gelegentlich besondere Momente, auf die ich und meine Familie besonders achten müssen. Letzteres beunruhigt und verletzt mich mehr als meine eigenen Angelegenheiten. Die Bedrohung hat eine spezifisch ukrainische Form, die ich gerade lerne und die eigentlich mit Beleidigungen einhergeht. Das heißt, es handelt sich nicht nur um Drohungen, sondern auch um Beleidigungen, nicht wahr? Ich kann Beleidigungen gut ertragen. Ich glaube, dass ich kein überentwickeltes Ego habe, also kommen wir beide gut miteinander aus, das geht schon. Die Wahrheit ist, dass man verbal zurückschlagen muss, wenn die Beleidigung die Ehre Ungarns verletzt, das kann man nicht zulassen, denn Ungarn muss immer von allen respektiert werden, man muss ihm Anerkennung zollen, man kann nicht einfach so mit uns reden, und wenn jemand das nicht tut, dann ist es die Aufgabe des Ministerpräsidenten, dies einzufordern und durchzusetzen. Da gibt es kein Pardon! Und außerdem hat mich die ungarische Innenpolitik auch gut trainiert, nicht wahr? Nun, hier, in diesem Paket mit von der Leyen, Weber, Selenskyj und Péter Magyar, gibt es auch einen ungarischen Akteur, der seine Tage damit verbringt, uns zu bedrohen, nicht wahr? Was soll man dazu sagen? Ich sage, was ich irgendwo vor langer Zeit gelesen habe: Ja, ja, aber sag dem Krokodil niemals, dass es ein großes Maul hat, bevor du nicht das andere Ufer erreicht hast. Das schlage ich vor.

Und schließlich gibt es im Zusammenhang mit Angst und Mut noch eine weitere Sache, nämlich wie man Konflikte angeht. Entschuldige, Károly, aber das sind für mich die spannendsten Fragen. Wie geht man einen Konflikt an? Nehmen wir zum Beispiel Brüssel, wo man weiß, dass niemand auf deiner Seite steht, zwei oder drei sich enthalten, 23 oder 24 gegen dich stimmen. Und es gibt eine Wissenschaft darüber, wie man das macht. Man darf sich nicht hineinziehen lassen oder sich darauf einlassen, denn das führt zu Problemen. Man muss also immer die Lage gut einschätzen. Man muss die Situation verstehen. Man darf sich keine Illusionen machen, sondern nur Konflikte eingehen, die man gewinnen kann. Man darf niemals glauben, dass man einen größeren Konflikt gewinnen kann, als man tatsächlich in der Lage ist. Also strategische Gelassenheit. Dann muss man schauen, mit wem man sich verbünden kann. Dann muss man schauen, wen man aus dem Kreis der Gegner herauskaufen oder herausnehmen kann. Und dann braucht man einen Plan, wie man vorgeht, wie zuletzt, als wir aus dem 90-Milliarden-Kredit der Europäischen Union für die Ukraine außen vor geblieben sind, und man hat einen Plan, den man im richtigen Moment umsetzt. Und das Wichtigste ist, dass es immer einen Ausweg gibt, falls der Plan nicht funktioniert. So in etwa. Und ich weiß, dass Sie vor allem das sehen – denn was könnte die Öffentlichkeit mehr interessieren als Konflikte? –, aber glauben Sie mir, dass es keinen einzigen Konflikt mit der Europäischen Union gibt, den wir nicht dutzendfach durchdacht, geplant hätten und dessen Verlauf wir nicht kennen würden und von dem wir nicht wüssten, wie wir am Ende gewinnen oder, wenn wir nicht gewinnen können, wie wir uns daraus befreien können. Wir führen Ungarn in kein Abenteuer, wir führen keine vagabundierenden Aktionen durch, denn wir sind die Sicherheit selbst, wir sind die sichere Wahl. Aber man muss es immer versuchen, denn mit kleinen Schritten kommt man nicht weit voran. In der internationalen Politik weiß man nicht, wo die Grenze liegt. Man denkt darüber nach, versucht sie auszuloten. Aber wenn man immer stehen bleibt, weil man das Gefühl hat, dass die Grenze zu nah ist, dann kommt man keinen Schritt voran, bleibt auf der Stelle stehen und teilt das Schicksal einiger anderer Länder, die, wenn sie aus Brüssel angerufen werden, nur „Jawohl!“ ins Telefon sagen. Das wollen wir nicht! Das sind nicht wir. Deshalb müssen wir den Konflikt so angehen, wie ich es gerade beschrieben habe.

Károly Szita: Vielen Dank, Herr Präsident, dort war ich noch nicht, bitte sehr! Auch ein junger Mann mit Krawatte. Für mich sind alle jung, bitte sehen Sie das so.

Tamás Nagy: Vielen Dank, Herr Bürgermeister! Herr Ministerpräsident, mein Name ist Tamás Nagy, ich lebe mit meiner Familie in dieser Stadt und bin Leiter der örtlichen Musikschule. Ich sage das, weil diese Einrichtung in den letzten Jahren dank erheblicher staatlicher Unterstützung erneuert werden konnte. Daran sieht man, wie wenig Fidesz die Bildung unterstützt. Meine Frage bezieht sich auf ein ganz anderes Thema. Wenn man durch die Straßen des Komitats Somogy fährt, insbesondere in Süd-Somogy, dann ist das, was ich anspreche, eigentlich kein Problem von Kaposvár, sondern eher etwas, das ich an der Südküste des Balaton beobachte, wo es in vielen Ortschaften unbefestigte Straßen gibt. Schotterstraßen gibt, und die Bürgermeister, die dort leben, können diese nur sehr schwer aus eigener Kraft instand setzen, was für sie eine große Belastung darstellt. Ich denke, dass die Regierung dies nach einem Wahlsieg 2026 in Ordnung bringen könnte. Hat der Ministerpräsident diesbezüglich einen Plan, und können wir damit rechnen, dass diese Straßen erneuert werden? Vielen Dank!

Károly Szita: Vielen Dank! Fahren wir fort! Hier meldet sich schon seit längerem jemand, bitte sehr! Ja, ich habe Sie schon vorhin gesehen, eine blonde Dame.

Mónika Szigeti: Vielen Dank! Ich bin Mónika Szigeti, ich unterrichte hier in der Stadt und bin sehr dankbar, dass ich das Mikrofon bekommen habe, denn ich möchte mich dem Schulleiter anschließen und dem Ministerpräsidenten und der Regierung für die Unterstützung danken, die wir in den letzten Jahren erhalten haben. Das war eine enorme Hilfe für uns. Meine Frage bezieht sich eigentlich darauf. Wir haben hier von Summen wie 800 Milliarden Dollar und 700 Milliarden Dollar gehört, von Beträgen, die wir uns gar nicht vorstellen können. Meine Frage lautet: Wenn dies Realität wird und die Ukraine diesen Betrag erhält, was wird dann aus den anderen Mitgliedstaaten, was wird aus uns Ungarn, wie wird sich unsere weitere Entwicklung gestalten? Ich hätte gerne eine Antwort darauf, welche Mittel in diesem Fall noch zur Verfügung stehen könnten. Vielen Dank!

Károly Szita: Vielen Dank! Sehr geehrter Herr Präsident, Sie haben das Wort!

Zunächst einmal danke ich dem Direktor, dem Direktor der Musikschule, für seine Frage. Ich möchte eine Nebenbemerkung machen. Das ist nicht meine Aufgabe, denn ich bin nicht dafür zuständig, in diesem Land zu evangelisieren, das ist ein anderer Beruf, aber er ist mit meinem verwandt. Und ich begegne nicht nur den wirtschaftlichen Problemen der Ungarn, sondern auch ihren Seelen, also ihren Problemen, wenn ich das so sagen darf. Und ich bin mir sicher, dass Musik ein gutes Heilmittel ist. Also für all die Probleme, die uns die Geschichte in den letzten hundert Jahren beschert hat und die uns daran hindern, uns richtig zu entfalten, und für das Misstrauen in unseren Beziehungen zueinander, das irgendwie größer ist, als es sein sollte, bin ich mir sicher, dass Musik eines der besten Heilmittel ist. Das gemeinsame Singen heilt die Seele und schafft Gemeinschaft. Daher werden Musikschulen auch in den nächsten Jahrzehnten sehr wichtig sein. Wir haben ein Programm für ungarische Dörfer, ein Programm für wettbewerbsfähige Bezirke und das vom Direktor erwähnte Problem: die Landstraßen. Hier gibt es zwei Kategorien. Die erste betrifft die Straßen innerhalb der Ortschaften, die andere die Straßen außerhalb der Ortschaften. Was innerhalb der Siedlung liegt, dort können die Gemeinden auf uns zählen, sie werden nicht, insbesondere in kleinen Siedlungen, so viel Geld haben, um diese in Ordnung zu bringen, dort ist ein Regierungsprogramm erforderlich. Was die vernachlässigten Feldwege außerhalb der Siedlung betrifft, so ist dort nicht nur das Problem, dass es sich um Feldwege handelt, sondern dass sie nicht in Ordnung sind, dort muss man mit den Bauern zusammenarbeiten. Ich werde einen Vorschlag machen, dass nach der Wahl, wenn der liebe Gott uns hilft, sie auch etwas übernehmen und wir auch etwas übernehmen, und dann werden wir auch die unbefestigten Straßen außerhalb der Ortschaft befahrbar machen. In den Dörfern werden wir, wie gesagt, staatliche Mittel bereitstellen.

Da uns hier bereits zwei Lehrer mit ihren Wortmeldungen beehrt haben, möchte ich sagen, dass ich sehr hoffe, dass sich die Beziehungen zwischen Politik und Lehrern verbessern werden. Ich spreche jetzt nicht von der Fidesz-Regierung, denn darum geht es hier nicht, sondern um die Beziehungen zwischen den Lehrern und den jeweiligen Behörden. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es für alle schlecht ist, wenn die Lehrer frustriert sind. Denn wenn jemand frustriert ist, bekommt das Kind früher oder später eine Ohrfeige – auch dann, wenn es nicht nötig wäre. Es ist also sehr schwierig, ein Kind zu beruhigen, ihm Wissen zu vermitteln und es zu erziehen, wenn ich selbst nervös bin und meine Nerven blank liegen, nicht wahr? Es ist also sehr wichtig, dass die Lehrer irgendwie ihren Platz in der ungarischen Gesellschaft finden. Und das ist in den letzten dreißig Jahren nicht wirklich gelungen. Sie hatten also ständig das Gefühl, ausgenutzt zu werden, nicht genug Geld zu bekommen, herumkommandiert zu werden, es gab alle möglichen Probleme. Und dann, wo die soziale Lage schwierig war, sind sie den Eltern ausgeliefert, die hereinkommen und Ärger machen, denn, um es ganz offen zu sagen, das ist auch nichts Ungewöhnliches. Wir mussten eine Schulpolizei einrichten und so weiter. Aber jetzt glaube ich, dass wir in Bezug auf die Gehälter so weit gekommen sind, dass ein durchschnittlicher Lehrer jetzt etwa 900.000 Forint verdient. Im Durchschnitt! Ich wollte nicht sagen, dass das viel ist oder irgendetwas gelöst hätte, ich wollte nur sagen, dass wir den ersten Schritt getan haben, damit ein Lehrer sich selbst und seinen Beruf nicht als Opfer betrachten muss, sondern sich als Ausübender eines fantastischen Berufs sehen kann, der ihm Freude bereitet, weil er andere Kinder klüger, besser und edler erzieht. Meine Mutter war Lehrerin und unterrichtet noch heute meine Enkelkinder. Ich möchte nicht an der Stelle meiner Enkelkinder sein – aber das ist eine andere Sache. Sie sind eingespannt, so ist das Leben! Aber ich weiß mit Sicherheit, dass ein guter Lehrer unter allen Umständen gelassen ist, Kinder liebt, seinen Beruf liebt und nicht frustriert ist. Einen Teil davon haben wir jetzt gelöst. Aber es gibt noch andere, ungelöste Probleme. Wir müssen den nationalen Lehrplan überdenken, wir müssen darüber diskutieren, wie viel methodische Freiheit die Lehrer haben, aber was die zentralen Anforderungen sind, damit die Kinder nicht alles Mögliche unterrichtet bekommen. Ich werde bis zu meinem letzten Atemzug dagegen kämpfen, dass es in Ungarn eine Regierung gibt, deren Kultur- und Bildungsministerin ein Mensch ist, der ansonsten Csipkejózsika-Lehrbücher (Dornjohannchen-Lehrbücher) redigiert oder schreibt. Das ist unmöglich! Also kann man nicht alles. Man kann nicht alles! Wir müssen uns also mit den Pädagogen einigen, was wir erwarten, in welchem Rahmen wir uns bewegen müssen, welches Programm, welches Bildungsprogramm wir verfolgen müssen, und innerhalb dieses Rahmens müssen sie wissen, wie sie das vermitteln können und was sie als Kontrolle akzeptieren, denn es kann nicht sein, dass wir nichts kontrollieren und nie etwas messen. So würde diese Arbeit auch aussehen. Diese Zusammenarbeit zwischen der Bildungsleitung und den Lehrern ist also nicht zustande gekommen. Ich dachte, als wir das Lehrerkorps geschaffen haben, hätten wir die Institution geschaffen, die dieses Problem löst. Aber das hat nicht funktioniert, so ist es nicht gekommen. Deshalb müssen wir uns wieder zusammensetzen und darüber sprechen, warum das nicht funktioniert hat. Aber ich denke, dass wir einen sehr wichtigen Schritt getan haben, einen finanziellen Schritt, und jetzt müssen wir nur noch miteinander verhandeln, um eine Lösung zu finden, die auch die Lehrer für gut halten, die wir für gut halten und bei der die Eltern ihre Kinder so aus der Schule zurückbekommen, wie sie es sich wünschen. Das war zwar nicht die Frage, aber ich wollte das sagen, da Sie mich darauf angesprochen haben.

Ihre Frage lautete jedoch: Was passiert mit den EU-Geldern, wenn unser Geld in die Ukraine gebracht wird? Ich beantworte diese Frage, indem ich auf etwas anderes eingehe. Lassen Sie uns ein wenig darüber sprechen, wie es um diese EU-Gelder steht. Denn das ist wie die besondere Eule, die in meinen Kindheitsmärchen zum Schreckenssymbol diente: Jeder denkt daran, aber niemand hat sie je gesehen. Was sind diese EU-Gelder? Zunächst einmal zahlt Ungarn in die EU ein und erhält von dort auch Unterstützung. Wenn ich beides voneinander abziehe, also den Betrag, den wir als finanzielle Zuwendung für die Mitgliedschaft erhalten, dann entspricht dieser Betrag 3 Prozent der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung Ungarns! Wer also glaubt, dass EU-Gelder irgendetwas in diesem Land lösen, kennt die Realität nicht. Wir erwirtschaften 100 Prozent des BIP in diesem Land, und 3 Prozent davon kommen als Geld aus der EU. Wir würden also auch ohne EU-Gelder auskommen, denn 3 zu 97. Warum kämpfen wir dann trotzdem um EU-Gelder? Weil sie uns zustehen! Sie gehören uns! Es ist nicht so, dass sie uns gegeben werden, wenn sie wollen. Es gibt ein Regelwerk, nach dem sie den Ungarn zustehen, und was uns zusteht, muss uns auch gegeben werden. Dafür werden wir kämpfen. Sie wollen es uns nicht geben. Was muss man mit denen machen, die es uns nicht geben wollen? Man muss es ihnen wegnehmen! Wie soll man es ihnen wegnehmen? So weit, so gut, aber wie nimmt man es ihnen in der internationalen Politik weg? So, dass es so aussieht, als hätten sie es uns gegeben. Daran arbeite ich gerade. Ich kann sagen, dass es 22 gibt, sprechen wir jetzt über Zahlen, es gibt 22 Milliarden Euro, die uns in sieben Jahren zustehen, und von diesen glauben die Brüsseler, von 12 Milliarden, dass sie sie aus eigenem Antrieb gegeben haben. Und das ist schon erledigt, 12 Milliarden sind auf unserem Konto. Die Frage ist, wie schnell wir die Ausschreibungen abwickeln, wer sich dafür verpflichtet hat, wie die Rechnungen eingereicht werden, also das ist in Arbeit. Es sind noch 10 Milliarden übrig, die sie uns so geben müssen, dass sie sich dabei wohlfühlen. Es wird viele Momente geben, in denen sie sich wohlfühlen werden, wenn sie es geben können. Dafür bürge ich, da können Sie sicher sein…

Károly Szita: Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Freunde! Ich bin der Hässliche, der Böse und der Schlechte zugleich. Ich bin der Hässliche, der Böse und der Schlechte zugleich, und ich sage Ihnen das jetzt nicht, weil ich Angst habe, dass Sie mich von hier, von der rechten Seite, in den Hintern treten, denn mir wurde ins Ohr geflüstert, dass wir diesen Tag irgendwann beenden müssen. Ich kann Ihnen nur eines sagen, bevor ich das Wort wieder an den Herrn Ministerpräsidenten und dann an Philip zurückgebe. Eines kann ich Ihnen mit Sicherheit sagen: Wir haben Viktor Orbán nicht zum letzten Mal in Kaposvár gesehen. Und ich bin mir auch sicher, meine Damen und Herren, ich bin mir auch sicher, und jetzt müssen wir alles dafür tun, dass ich ihn nach dem 12. April, egal, was er mir sagt, ob er kommt oder nicht, nach dem 12. April wieder als Ministerpräsident in Kaposvár begrüßen kann. Herr Präsident, vielen Dank!

Vielen Dank für den freundlichen Empfang, dass Sie mehr als eine Stunde lang hier bei uns ausgeharrt haben. Vielen Dank für Ihre Fragen! Vielen Dank, dass Sie mir meine manchmal abschweifenden Antworten verzeihen, die nur schwer wieder auf den Hauptstrang zurückkamen.

Ja, aber so ist das Leben, Sie haben Recht. Fidesz ist die sichere Wahl. Ich bin auch gekommen, um Sie davon zu überzeugen. Ich habe Ihnen die Hälfte meiner Argumente dargelegt. Wir leben in einer Zeit der Gefahren, es wird noch gefährliche Momente geben, es besteht die unmittelbare Gefahr eines Krieges, junge Menschen sind von der Gefahr des Kriegsdienstes bedroht, von der Gefahr des Militärdienstes, und uns allen droht der wirtschaftliche Bankrott, wenn wir uns nicht gegen all das wehren, was Brüssel und die von Brüssel hierher entsandten Vertreter der künftigen Marionettenregierung wollen. Deshalb ist Fidesz die sichere Wahl, denn wir stehen auf nationalen Grundlagen, und Sie können sicher sein, dass wir dazu – weil es schlecht für Ungarn ist – immer Nein sagen werden. Aber Fidesz ist auch deshalb die sichere Wahl, womit wir unser heutiges Treffen begonnen haben. Ich sitze doch in Ihrer Küche, oder? Seit 37 Jahren! Wir kennen uns doch, oder? Es gibt nicht viele Überraschungen. Und zwischen uns besteht vielleicht mehr als nur eine Beziehung, wir können es getrost Freundschaft nennen. Was ist das wahre Kriterium für Freundschaft? Es ist leicht, sich anzufreunden, wenn der andere perfekt ist. Das Besondere ist, wenn wir den anderen akzeptieren, auch wenn er manchmal Fehler macht, nicht perfekt ist, uns nicht alles an ihm gefällt, aber wir zu ihm halten und er auch immer zu uns hält. Deshalb ist Fidesz die sichere Wahl! Wir werden immer zu Ihnen stehen. Fidesz wird die Partei der ungarischen Menschen sein, wir werden niemals zulassen, dass jemand aus Brüssel oder anderswo mit einem Programm kommt, das schlecht für die ungarischen Menschen ist. Ich verstehe, dass manchmal Veränderungen notwendig sind, und außerdem brauchen auch junge Menschen ihren Platz. Und ich verstehe auch, dass jemand Ministerpräsident werden will, das kommt vor. Alles hat seine Zeit. Jetzt ist nicht die Zeit für Experimente, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger von Kaposvár, jetzt müssen wir auf Nummer sicher gehen. Fidesz ist die sichere Wahl. Vorwärts, Kaposvár! Vorwärts, Ungarn!

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