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Viktor Orbáns Rede bei der Auszeichnung der ungarischen Sportler, die auf den 32. Olympischen Sommerspielen und den 16. Paralympischen Sommerspielen eine Medaille errungen haben

Sehr geehrte Olympioniken! Sehr geehrte Herrn Staatspräsidenten! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Gruß den Meistern! Gruß unseren olympischen und paralympischen Medaillenträgern! Dank ihren Trainern und Familien, ihren Lehrern, Förderern, und Hut ab vor einem jeden, der Sie bei Ihrer gewaltigen Unternehmung unterstützt hat. Die Anerkennung gebührt auch den hinter den spektakulären Erfolgen stehenden Helfern: Sportärzten, Heilgymnasten, Masseuren, Sportpsychologen, denn mit ihrer Arbeit haben auch sie zu den glänzenden Medaillen beigetragen. Es ist eine zusätzliche Freude, dass am heutigen Tag die legendären Persönlichkeiten des ungarischen Sports bzw. die Leiter des ungarischen olympischen Komitees und der Sportverbände mit uns gemeinsam feiern. Ich begrüße auch sie recht herzlich.

Meine Damen und Herren!

Die ungarische Sprache hat mit dem Wort „Meister“ den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Wort bedeutete ursprünglich Fechter, Kämpfer. Man gebrauchte es für Helden, die zum Kampf gegen den Feind mutig in die Schranken traten. Den aus dem Kampf als Sieger hervorgehenden Kämpfern gebührte die Anrede „Meister“. Von Jenő Buzánszky, unserem Olympiameister, stammt der Spruch: „Der Sieger sagt, was er will, und der Verlierer kann sagen, was er will.” Tatsächlich, der Sieg, die herausragende Leistung bedarf keiner Erklärung. Es gibt derartige eindeutige Momente des Lebens, die für sich selbst sprechen, deren Wahrheit man nicht in Abrede stellen kann, vor denen ein jeder den Hut zieht. In Ungarn gebührt den Meistern – auf welchem Gebiet des Lebens sie auch bestehen – besonderer Respekt. Unsere Meister verkörpern auch heute, so wie einst die bewährten und kampferprobten Soldaten, die herausragendsten Eigenschaften der Nation.

Sehr geehrte Feiernde!

Wir, Ungarn, lieben unsere Olympiade und unsere Sportarten so, wie sie sind. Die neuen Moden begeistern uns weniger. Wir mögen es, wenn die Frauen in Wettbewerben für Frauen und wenn Männer in Wettbewerben für Männer an den Start gehen. Es wird auch immer mehr darüber geredet, wer sich hingekniet hat und wer nicht, wer was auf sein Dress geschrieben und was für eine Armbinde getragen hat. Es ist nicht gut, wenn den Platz der der Leistung zustehenden Aufmerksamkeit und des Respekts Dinge einnehmen, die nicht dahingehören. Denn es ist der höchste Wert des Sports, das Beste aus dem Menschen herauszuholen. Die individuelle Leistung spornt auch auf anderen Gebieten des Lebens zur Selbständigkeit an. Die Mission der Sportler ist es gerade, die herausragendsten Menschen zu sein, auch uns mit sich zu reißen, auch uns zu größeren Leistungen zu veranlassen. Sie lassen nicht zu, dass sich die Versuchung der bequemen Mittelmäßigkeit unserer bemächtigt, sie uns unterkriegt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Wir denken selten daran, doch ist schon der erste Moment unseres Lebens eine ernsthafte sportliche Leistung. Wir mussten auch zum Beginn unseres Lebens eine Schlacht gewinnen. Ohne Kampf hätten wir nicht einmal geboren werden können. Wir, Ungarn, verstehen das, deshalb achten wir unsere Sportler besonders hoch. Wir sind ein Land, das man des entscheidenden Teils seiner Naturschätze und Ressourcen beraubt hat. Die Geschichte hat uns – ganz gleich, ob es uns gefällt oder nicht – für die Wettbewerbe in der Sportart namens „Überleben“ angemeldet. Alles, was wir haben, ist das Ergebnis individueller Leistung und Arbeit. Ihr Erfolg weist deshalb über den Rausch des individuellen Triumphs und Erfolgs hinaus. Sie geben uns allen mit Ihren Siegen ein Beispiel für Durchhaltevermögen und die Fähigkeit zu kämpfen. Dies ist auch notwendig, denn Ungarn steht auch heute vor gewaltigen Aufgaben. Wir wissen, wenn wir im Wettbewerb der Nationen nicht zu Leistungen fähig sein werden, wie es die Erfolge unserer Olympioniken sind, dann bleiben wir zurück und wir werden den Rücken des Feldes ansehen müssen. Wir können nur dann erhalten bleiben und können nur dann erfolgreich sein, wenn wir gewinnen. Das ist das Gesetz. So sehr wir das auch gerne hätten, so gut es auch wäre, es gibt keine Ausnahme.

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Das Ideal der Olympiade und das Nationalgefühl haben die gleiche Wurzel. Ohne Nationen gibt es keine Olympiade. Am Ende wir die Flagge der siegreichen Nation am höchsten gehisst und ihre Hymne wird gespielt. Unsere Flagge und unsere Hymne. Sie machen uns alle stolz. Sie lassen in uns das Gefühl entzünden, was für eine gute Sache es ist, Ungar zu sein. Wir danken Ihnen, dass auch wir an Ihrer Leidenschaft und Ihrer Freude Anteil nehmen können.

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Das ungarische Sportleben ist voller Werkstätten von Weltniveau, die Ungarn in zahlreichen Sportarten in die Elite der Welt positionieren. Es gibt vielleicht nicht noch eine Nation, die bei dieser Größe in so vielen Disziplinen fähig ist, Bleibendes zu schaffen. Es ist vielleicht keine zufällige Übereinstimmung, aber so ist das auch in der ungarischen Wirtschaft. Ungarn gehört zu den zehn Ländern in der Welt, die die komplexesten Wirtschaften besitzen. Auf der Olympiade in diesem Jahr haben wir, wenn ich richtig zähle, einen erneuten historischen Erfolg errungen. Hinsichtlich der Zahl der pro Kopf entfallenden Goldmedaillen haben wir die Finnen auf den Platz hinter uns verwiesen, damit sind wir in Europa an die erste, weltweit an die zweite Stelle getreten. Dieses Meisterstück haben wir Ihnen zu verdanken, deshalb möchte ich mich noch einmal im Namen aller ungarischen Menschen bei Ihnen für jene unnachahmlichen und übermenschlichen Leistungen bedanken, die Sie, olympische und paralympische Medaillenträger, gezeigt haben. Respekt für und Dank an Sie für all das, was Sie für Ihre Heimat getan haben!

Ruhm den Helden! Schneller, höher, stärker! Vorwärts Ungarn!