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Viktor Orbáns Annahmeerklärung des Verdienstordens der Republik Serbien nach der Überreichung der Auszeichnung

Sehr geehrter Herr Präsident!

Es ist eine Ehre, am heutigen Tag den Verdienstorden der Republik, der Republik Serbien überreicht zu bekommen. Menschen, die im Amt sind, werden selten ausgezeichnet. Auch ich betrachte die Auszeichnung nicht als Verabschiedung, sondern als eine Ermutigung, und ich fasse es so auf, dass ich diese Auszeichnung nicht dafür erhalte, was ich bisher im Interesse der serbisch-ungarischen Freundschaft getan habe, sondern dafür, was ich hiernach tun werde. Die Ungarn verleihen ihren herausragenden Führungspersönlichkeiten gerne Titel. In Ungarn existiert der Titel: „Der größte Ungar.” Diesen Titel erhielt zur Mitte des 19. Jahrhunderts unsere führende Persönlichkeit namens Széchenyi, den wir auch seitdem so nennen: „Der größte Ungar.” Und er schrieb einen Brief an Ihren für die Freiheit kämpfenden Fürsten, Miloš Obrenović, und in diesem Brief schrieb er folgendes: „Die Interessen Serbiens und Ungarns sind so eng miteinander verflochten, dass wir, ob wir es wollen oder nicht, Freunde sein müssen.” Wenn also die gegenwärtige ungarische Regierung und auch ich persönlich für die serbisch-ungarische Freundschaft arbeiten, erfüllen wir eine sehr alte ungarische Erkenntnis. Ungarn ist ein Land, das mit Serbien in Freundschaft sein muss. Dieses historische Gebot wird dadurch erleichtert, wenn Serbien gerade führende Persönlichkeiten hat, mit denen wir auch persönlich eine freundschaftliche Beziehung ausbauen können. Und ich danke Ihnen, Herr Präsident, dass Sie mich nicht nur mit dem Orden, sondern in den vergangenen Jahren auch mit Ihrer Freundschaft ausgezeichnet haben, so wie ich dafür auch meinem Kollegen, dem Ministerpräsidenten dankbar bin. Die Freundschaft wird nur an einem einzigen Punkt beeinträchtigt, aber dem können wir nicht Abhilfe leisten, das ist nämlich der Bereich Wasserball; dort kann es gleichzeitig nur einen Sieger geben und dort müssen wir uns auch im Becken aneinander messen. In der Politik, sehr geehrter Herr Präsident, besitzen die Serben und die Ungarn eine gemeinsame Angelegenheit. Das vergessen wir manchmal, doch von Zeit zu Zeit erinnert uns die Geschichte an diese unsere gemeinsame Mission. Diese gemeinsame Sache ist, dass wir gemeinsam das Südtor Europas verteidigen müssen. Dies ist zugleich die Sendung, die Verantwortung Serbiens und auch Ungarns. Es ist kein Zufall, dass die Söhne Ihrer Soldatennation und die ungarischen Kämpfer ihren größten gemeinsamen Erfolg gerade hier, bei Belgrad, oder wie wir es nennen, bei Nándorfehérvár errungen hatten, indem sie das Südtor Europas gemeinsam verteidigten. Und da die Migration in neuer Form immer wieder und wiederkehrt, ist es unsere, der Serben und Ungarn gemeinsame Verantwortung, diesen historischen Prozess in das entsprechende Flussbett zu leiten.

Sehr geehrter Herr Präsident!

Geografie, Geschichte, jahrhundertealte Schicksalsgemeinschaft und Freundschaft verbinden uns. Ich bin Ihnen und auch dem serbischen Volk dankbar, dass Sie mir den Verdinestorden der Republik Serbien verleihen. Zu den vor uns liegenden Aufgaben wünsche ich sowohl den Serben als auch den Ungarn viel Kraft!

Gott schütze Serbien!